Wer glaubt, Kinder von heute spielten nur am Computer und verschmähten Bücher, der irrt. Das beweisen 127 Anmeldungen beim Ferienleseclub der Stadtbücherei Stockach. Alle, die in den Sommerferien mindestens drei Bücher lasen – und das waren immerhin 94 Kinder – bekamen bei der Abschlussparty im Bürgerhaus Adler Post eine Urkunde und einen Buchgutschein.

Zuerst gab es eine Überraschung für die Kinder: Detektiv Alexander Schrumpf aus Wiesbaden machte mit den Kindern einen spannenden Workshop und ernannte sie alle zu geprüften Junior-Mitarbeitern seiner Detektei. Die Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren wussten erstaunlich viel über seine Arbeit. Sie kannten Fachbegriffe wie Sachbeschädigung, Körperverletzung und Notwehr und lernten neue dazu. „Bitte mal nachsprechen“ war ein viel gebrauchter Satz, dem die jungen Zuhörer begeistert folgten. Alexander Schrumpf zeigte verschiedene Asservatentüten für Beweisstücke und erklärte, wie er mit seinem Sephyrapinsel und Rußpulver Fingerabdrücke sichert. Er führte auch einen unsichtbaren Pinsel vor, der einen Magnetkern hat und mit Eisenpulver arbeitet.

Von dem spannenden Workshop von Detektiv Alexander Schrumpf zum Abschluss des Ferienleseclubs waren alle Kinder begeistert und wollten unbedingt mithelfen, Spuren zu lesen oder Rätsel zu lösen.
Von dem spannenden Workshop von Detektiv Alexander Schrumpf zum Abschluss des Ferienleseclubs waren alle Kinder begeistert und wollten unbedingt mithelfen, Spuren zu lesen oder Rätsel zu lösen. | Bild: Claudia Ladwig

Ob die Kinder viele Detektivbücher gelesen hatten, wurde nicht bekannt. Aber dass es 2472 Ausleihen gab und 252 Bücher extra für diesen Leseclub angeschafft worden waren, verriet Gabriele Gietz. Die Büchereileiterin sagte: „Im Durchschnitt hat jedes Kind etwas mehr als elf Bücher gelesen.“ Ein Schüler habe die Teilnehmer zum Inhalt befragt, als Nachweis, dass sie das Werk wirklich gelesen hatten. Eine Erstklässlerin schrieb sogar einen langen Brief, weil sie es nicht zum Abfragetermin geschafft hatte.

Immer wieder äußerten Mütter, ihre Kinder läsen eigentlich nicht gerne. „Der Anreiz durch die Urkunde ist offenbar groß“, so Gietz. Dass viele Jungs unter den Leseratten waren, gefiel ihr besonders. Marco Kempter vom Rotary Club Stockach-Überlingen und Diana Taddia von „Bücher am Markt“ spendierten Buchgutscheine für alle, um die Leselust zu fördern.