So farbenfroh wie die Fasnacht war, so trüb geht es am Aschermittwoch zu. Heulen und Wehklagen befällt die Stockacher Narren jedes Jahr am Abend des ersten Fastentages, wenn sie beim Fasnetvugrabe die Fasnacht symbolisch durch die Stockacher Oberstadt zu Grabe tragen. Gestern Abend war es ein Zug von beeindruckender Länge, der zu diesem Anlass beim Blärre zu den Klängen des Trauermarsches unterwegs war, den die Hans-Kuony-Kapelle spielte. Mit Trauerflor und großen Taschentüchern blieb kaum ein Auge trocken.

Der vorletzte Programmpunkt der Stockacher Fasnacht, bevor am Sonntag Laetare der Narrenbaum wieder gefällt wird, ist indes die Hauptversammlung des Vereins Hans Kuony. Er unterstützt als Förderverein die Stockacher Fasnacht und kümmert sich beispielsweise um die Anschaffung von Häsern und Kostümen für die Gliederungen des Narrengerichts und die Hans-Kuony-Kapelle. Narrenrichter Jürgen Koterzyna hob in seinem Rechenschaftsbericht über die nur 39 Tage lange Fasnacht hervor, dass diese sehr intensiv für die Narren gewesen sei. Gleichzeitig sei sie ruhig und mit nur einem durch die Polizei vermeldeten Vorfall verlaufen: "Wir haben vernünftige Narren", lautete sein Kommentar dazu. Und Koterzyna hob den Auftritt des Beklagten Thomas Strobl, Innenminister des Landes Baden-Württemberg, hervor. Auch Mitarbeiter in Strobls Büro hätten ihm verraten, dass sie ihren Chef nur selten so erlebt hätten, wie er auf der Stockacher Bühne aufgetreten sei, sagte Koterzyna. In seinem Rechenschaftsbericht sparte er außerdem nicht mit Lob und Dank an alle Beteiligten, die sich ehrenamtlich für die Fasnacht engagieren. Und er kündigte für das nächste Jahr eine "superlange" Fasnacht an. Im Jahr 2019 werde es daher wieder bunte Abend geben.

Kassierer Hubert Reiser vermeldete einen positiven Kassenstand, der im Jahr 2017 allerdings gesunken sei. Der Kassier und der gesamte Vorstand wurden von der Versammlung einstimmig entlastet.