Stockach-Wahlwies – Doppelt so lang wie sonst, doch kurzweilig inszeniert war die Eurythmie-Aufführung der 35 Waldorfschüler aus der elften Klasse, die den Auftakt zu deren handwerklich-künstlerischen Präsentationen bildete. Eurythmie ist eine Form der Tanzkunst, die geistige Inhalte in Bewegung umsetzt.

Aufgeführt wurde in fantasievoll gestalteten Kostümen unter Mitwirkung einiger Fünftklässler der Kinderbuchklassiker "Der Zauberer von Oz" des amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum. Das bezaubernd dargestellte Märchen aus der Zeit um 1900 war von der Eurythmistin Andrea Saxer bearbeitet worden, die zusammen mit ihrer Kolleginnen Katrin Flegar die eurythmische Choreografie rezitativ und erzählerisch begleiteten. Dass die beiden Eurythmistinnen bei den Proben "viel Energie und Kampfgeist" bewiesen hatten, wurde ihnen nach enthusiastischem Beifall aus den Reihen der bestens vorbereiteten Mitwirkenden bescheinigt.

Sätze aus Klavierwerken großer Meister, mit pianistischer Bravour von Jakob Sieke und Tanja Funkner gespielt, animierten zwischen einzelnen Szenen zum Nachspüren. Die rund 300 Besucher in der vollen Turnhalle standen von Anfang bis zum umjubelten Ende im Bann des Geschehens. Zu den Hauptfiguren des Märchens zählen die junge Dorothy und ihr kleiner Hund Toto, die ein gewaltiger Wirbelsturm ins Land des Zauberers von Oz weht.

Viele Abenteuer mit verschiedenen Rudeln von Tieren haben Dorothy und ihr Hund Toto auf dem Weg zum vielgestaltigen vermeintlichen Zauberer zu bestehen. Da lehrt ein Schwarm schwarzer Krähen genauso das Fürchten wie stechbereite Bienen zu Alexander Rimski-Korsakows "Hummelflug". Bezaubernde Nebengeschichten lassen immer wieder schmunzeln. Da gibt es zum Beispiel den Blechmann, der da steht und jammert, weil seine Scharniere rostig sind, den brüllenden Löwen, der ein Hasenfuß ist, oder auch den Vogelscheuchenmann, der sich vom Zauberer mehr Verstand wünscht.