Der erste Orientierungslauf durch Stockacher Stadtgebiet ist der zweite Baden-Württembergische Ranglistenlauf des Jahres. Mehr als 150 Teilnehmer sind aus dem ganzen Bundesland und der Schweiz gekommen, um an zwei Läufen teilzunehmen, die am Ende zu einem Ergebnis zusammengefasst werden. Gestartet wird im Minutentakt in zahlreichen Kategorien.

Die jüngsten Kinder, die allein laufen, sind die Unter-Zwölf-Jährigen, die ältesten Starter sind etwa 80 Jahre alt. „Es sind sehr gute Leute hier, die durchaus auch an Deutschen Meisterschaften laufen“, sagt Ewald Eyrich, Landesfachwart Orientierungslauf (OL). Die Profis wüssten nach kurzem Blick auf die Karte schon vor dem nächsten Posten, wie es weiter geht. Das sei wichtig, um möglichst wenig Zeit zu verlieren, erläutert er. „Denken und rennen gleichzeitig – das ist gar nicht so einfach“, stellt Heike Hirschle fest, die mit ihrem Mann Christoph zum ersten Mal teilnimmt. „Gut zwei Kilometer? Dann sind wir ja nach einer Viertelstunde wieder da“, vermutet ihr Mann am Start.

Der Start oberhalb der Jahnhalle erfolgt im Minutentakt. Zunächst werden alle Daten von der Speicherkarte der Läufer gelöscht und die Speicher geprüft, dann gibt es die Posten-Liste und den Stadtplan. Bild: Claudia Ladwig
Der Start oberhalb der Jahnhalle erfolgt im Minutentakt. Zunächst werden alle Daten von der Speicherkarte der Läufer gelöscht und die Speicher geprüft, dann gibt es die Posten-Liste und den Stadtplan. Bild: Claudia Ladwig

Etwas länger dauert es dann für die meisten schon, denn es gilt, alle Posten in der exakten Reihenfolge abzulaufen und dabei die richtigen zu erwischen. Manchmal sind nämlich gleich drei oder vier aufgestellt. „Ein falscher Posten und man wird disqualifiziert“, erklärt Mara Buser, die nach dem ersten Lauf bei den Mädchen bis zwölf Jahre führt. Hochkonzentriert hat sie jederzeit die nächsten der 25 Posten und die Karte im Blick, braucht kaum Zeit zum Stempeln und wirkt im Ziel nicht besonders angestrengt. Im Wald laufe sie aber lieber, es sei schattiger und sie könne sich dort besser orientieren, sagt sie.

Vor der Jahnhalle studieren viele Starter weiter den Plan. Warum? Der zweite Lauf wird doch von Mario Ammann ganz anders gelegt? Felix Engeler vom OL Amriswil, der seit 25 Jahren an Orientierungsläufen teilnimmt, verrät: „Ich versuche mir Wege zu merken, um beim nächsten Lauf keine unnötigen Fehler zu machen.“

Die Ergebnisse gibt es im Internet:www.ol-in-baden.de