Stockach Engagiert für Stockachs Jugend

Die Stadtjugendpflege hat im Gemeinderat Bilanz gezogen. Ein Hauptaugenmerk der Jugendarbeit war die Schulsozialarbeit und die Arbeit im Jugendkulturzentrum.

Stadtjugendpfleger Frank Dei dürfte angesichts der Zahlen des Jugendkulturzentrums (Jukuz) in Stockach zufrieden sein. „Das Jukuz nimmt eine positive Entwicklung“, sagte er bei der jüngsten Gemeinderatssitzung im Stockacher Rathaus. 4000 Besucherkontakte könne das Zentrum in diesem Jahr vorweisen – eine Zahl, die auf Vorjahresniveau liege. In den Jahren davor wiederum seien die Zahlen deutlich niedriger gewesen. „Wir sind die Einzigen im Landkreis, bei denen die Zahlen steigen“, sagte er. Das spreche dafür, dass man das Jukuz nach wie vor brauche., Auch durch die Einstellung einer Honorarkraft habe das Team eine Verlässlichkeit im Zentrum herstellen können.

Gespannt hörten sich die Räte den Tätigkeitsbericht des Stadtjugendpflegers und der drei Schulsozialarbeiterinnen an. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter dem Team. Das Jukuz war 15 Stunden pro Woche für Jugendliche geöffnet. Einer der Höhepunkte unter den Jukuz-Aktionen sei der Ausflug in die Kletterhalle nach Ulm gewesen.

Doch nicht nur im Jukuz war die Stadtjugendpflege aktiv – nach 2013 veranstaltete sie zusammen mit Schülern aller vier Stockacher Schulen Ende März die zweite Stockacher Jugendparty. 250 Kinder und Jugendliche feierten im Bürgerhaus Adler Post. „Wir als Jugendpfleger haben über das Jahr einiges erreicht“, sagte Dei.

Seit sechs Jahren gebe es auch Schulsozialarbeit in Stockach – seit drei Jahren an allen Schulen der Stadt. Im Schuljahr 2014/2015 seien 844 dokumentierte Gespräche sowohl mit Schülern als auch mit Lehrern, Eltern und Kooperationspartnern geführt worden. „Das beweist, dass Schulsozialarbeit endgültig in Stockach angekommen ist“, sagte er. Margerit Haas, Schulsozialarbeiterin an der Werkrealschule und der Goldäckerschule, sprach über das Thema Flüchtlinge. „Die große Welt ist nach Stockach gekommen“, betonte sie. An der Grundschule sowie im Sekundarbereich gebe es zwei so genannte Vorbereitungsklassen mit Kindern, die über keine Deutschkenntnisse verfügen. In der Schülerschaft habe sie bei manchen Jugendlichen extremistische Tendenzen festgestellt. Manche seien total orientierungslos, ihnen fehle die Meinung eines Erwachsenen. Sie fordere auch Lehrer auf, Orientierung zu bieten.

Schulsozialarbeiterin Petra Brinkmann, die an der Realschule tätig ist, betonte vor allem die Arbeit mit der Mädchengruppe. In dieser Gruppe seien 16 bis 20 Schülerinnen von der fünften bis zur siebten Klasse, seit Kurzem sind auch Neuntklässlerinnen dabei. Ziel der Gruppe sei es, dass Mädchen eine Möglichkeit haben, sich über eigene Themen auszutauschen, Anliegen zu verarbeiten, zu reflektieren und eine eigene Identität zu entwickeln, sagte Haas.

„In der Prävention war Cybermobbing ein großes Thema an allen Schulen“, erklärte Schulsozialarbeiterin Angelika Winter. Das Mobbing über soziale Netzwerke, Nachrichtendienste und Mobilgeräte greife um sich. 78 Prozent der Jugendlichen besäßen ein Smartphone. Rund zehn Prozent der befragten Jugendlichen am Gymnasium hätten angegeben, dass schon einmal Lügen oder Fotos von ihnen im Internet verbreitet worden seien. In der fünften Klasse des Gymnasiums sei es extrem. Sie habe sich dafür entschieden, ein Theaterstück zum Thema den Schüler vorzuführen – mit Erfolg. Nächstes Jahr soll es ein ähnliches Theaterstück für ältere Schüler geben.

Die Stadträte zeigten sich beeindruckt von der Arbeit. „An der Schulsozialarbeit sieht man, welche Probleme Jugendliche noch haben“, sagte Rätin Claudia Weber-Bastong. Thomas Warndorf erklärte, er betrachte die Arbeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge – zum einen gelte der Dank der Stadtjugendpflege, zum anderen gebe es unfassbar große gesellschaftliche Probleme.


Die Schulsozialarbeit

Im Schuljahr 2015/2016 muss sich die Schulsozialarbeit an der GuW und Goldäckerschule neu aufstellen. Davon gehen die Verantwortlichen der Jugendpflege aus. Diese erwarten eine zusätzliche Belastung, weil es einen Vormittag in der Woche ein Sozialtraining mit den Werkrealschülern gibt und ein Grunschultag eingeführt werden soll. Durch den erhöhten Zeitaufwand wegen eines zusätzlichen Schulstandorts müsse bei anderen Vorhaben reduziert werden. (kas)

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