So sah es dort früher mal aus? Die Bilder der neuen Ausstellung „Stadt, Land, See – Stockach und die Region in Gemälden und Fotografien“ faszinierten die rund 70 Vernissage-Besucher. Manche Motive sind bekannt, andere waren so noch nicht zu sehen. Die Gäste entdeckten Häuser, die es heute nicht mehr gibt, und sprachen darüber, was sich verändert hat. Viele Gemälde waren auch mit Fotos aus dem Hotz-Archiv gepaart.

Gemälde hingen nicht nur an Wänden, sondern lagen auch in Vitrinen wie hier im Vordergrund des Bildes.
Gemälde hingen nicht nur an Wänden, sondern lagen auch in Vitrinen wie hier im Vordergrund des Bildes. | Bild: Löffler, Ramona

Besucher sind begeistert

„Ich finde die Ausstellung sehr schön“, sagte Barbara Gittner-Tielsch aus Bodman, von der eine Leihgabe für die Ausstellung stammt. Auch Willi Zöller gefiel die Zusammenstellung: „Ich finde es sehr interessant, vor allem, dass es im Fundus der Stadt so viel gibt und diese Bilder jetzt öffentlich zu sehen sind. Die Maler haben die Stadtansichten sehr unterschiedlich gestaltet.“

Vor dieser großformatigen Stadtansicht steht eine Bank, damit die Besucher sie in auf sich wirken lassen können.
Vor dieser großformatigen Stadtansicht steht eine Bank, damit die Besucher sie in auf sich wirken lassen können. | Bild: Löffler, Ramona

Claudia Rinkenburger und Künstlerin Waltraud Kuhn lobten die Ausstellung ebenfalls. Diese sei „fabelhalt und vielfältig“, so Waltraud Kuhn: „Unterschiedlicher könnten die Stilrichtungen nicht sein. Johannes Waldschütz hat sich viel Mühe gemacht.“ Claudia Rinkenburger hob besonders ein Bild von Werner Mollweide hervor, das eine Arbeiterszene aus der Gießerei Fahr zeigt. Mollweide malte sonst eigentlich nur Landschaften. „Ein ganz tolles Bild“, urteilte auch Museumsleiter Johannes Waldschütz.

Die Bilder laden zum Entdecken ein.
Die Bilder laden zum Entdecken ein. | Bild: Löffler, Ramona

In seiner Begrüßung und Einführung in die Ausstellung erzählte Waldschütz zu Beginn des Abends über deren Entstehung. Bei der Gestaltung der Chagall-Ausstellung im vergangenen Jahr sei der Gedanke aufgekommen, den Werken aus der städtischen Sammlung mit Motiven aus der Region eine Ausstellung zu widmen.

Rätsel um Türmchen gelöst

Zur ältesten Stadtansicht, die existiert, konnte er auch verkünden, dass deren Rätsel um ein zweites Zwiebeltürmchen nun gelöst sei: Auf dem im 19. Jahrhundert abgebrochenen oberen Tor bei Papier Fritz sei früher ein Türmchen gewesen. Dies habe der Wahlwieser Historiker Fredy Meyer bei Recherchen entdeckt.

Viele hörten sich die Einführung in der Ausstellung von Museumsleiter Johannes Waldschütz an.
Viele hörten sich die Einführung in der Ausstellung von Museumsleiter Johannes Waldschütz an. | Bild: Löffler, Ramona

Werke vieler Künstler

Bei der Organisation der Ausstellung hatten Waldschütz und seine Mitarbeiterin Sybille Trefflich vor allem die Künstler Gustav Rockholtz und Werner Mollweide im Kopf. „Dann haben wir im Depot immer mehr entdeckt. Auch von anderen Künstlern“, so Waldschütz. Teilweise hängen in der Ausstellung auch Bilder, deren Maler nicht bekannt sind. Es sind aber nicht nur Werke aus dem Depot in der Ausstellung, sondern auch von Leihgebern. Waldschütz bedankte sich bei diesen sowie den Schenkern von Bildern.

Eine Art Gedicht zum Haus

Ein Bild von Gustav Rockholtz, das im heutigen Württembergerhofweg mit Blick zur evangelischen Kirche hin entstanden ist, hat eine Besonderheit auf der Rückseite. „Eine ehemalige Bewohnerin hat auf einem Blatt eine Art Gedicht mit Erinnerung an das Haus geschrieben“, erklärte Waldschütz.

Viele kamen über die Motive auf den Bilder aus der Stadt um vom See-Ende ins Gespräch.
Viele kamen über die Motive auf den Bilder aus der Stadt um vom See-Ende ins Gespräch. | Bild: Löffler, Ramona

Auf SÜDKURIER-Nachfrage zeigte er das Schriftstück, das mit Allerheiligen 1967 datiert ist. Darauf steht unter anderem: „Du gabst mir Ruh‘ und Frieden, du hörtest mancherlei, von Not und Krieg und Hunger, von Krankheit, Tod und Leid! Mein altes Haus im Dillweg, das alles ist vorbei. O lieber alter Dillweg, wie gerne wohnt‘ ich hier. Du könntest viel erzählen von all‘ den Jahren mir.“

Johannes Waldschütz freute sich über die große Resonanz bei der Vernissage. „Man kann hier lange verweilen und richtig viel entdecken“, fasste er über die Werke zusammen. Zu den Bildern und Fotos merkte er an, dass Maler und Fotografen einen ähnlichen Blick bei der Motivsuche hätten.

Überall unterhielten sich die Besucher angeregt. Links im Bild Johannes Waldschütz und Thomas Warndorf.
Überall unterhielten sich die Besucher angeregt. Links im Bild Johannes Waldschütz und Thomas Warndorf. | Bild: Löffler, Ramona

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