Was Frauen und Mädchen tun können, wenn sie sich im öffentlichen Raum unsicher fühlen, stand im Mittelpunkt eines Vortrags, der am Schulverbund stattfand. Nur wenige Erwachsene und keine Jugendlichen waren indes dabei.

Die Referentin, Kriminalhauptkommissarin Viktoria Alberti vom Polizeipräsidium Konstanz, nahm es sportlich und bat die Anwesenden, ihr gewonnenes Wissen als Multiplikatoren weitergeben. Sie vermittelte Informationen und Hintergründe zu strafbaren Handlungen, sprach über das Risiko, selbst zum Opfer einer Straftat im öffentlichen Raum zu werden und gab Tipps zur aktiven Gefahrenreduzierung.

Polizei rufen, Täterspuren sichern

„Sexuelle Belästigung„ und „Straftaten aus einer Gruppe“ wurden erst nach den Vorfällen in Köln an Silvester 2015 ins Strafgesetzbuch aufgenommen. Sexuelle Belästigung umfasst alles Sexuelle, das gegen den Willen geschieht, durch das man sich belästigt fühlt und das nicht erheblich ist.

Dazu zählt beispielsweise ein flüchtiger Griff an die bekleideten Genitalien. Eine Gruppe besteht aus mindestens drei Personen. Wenn es hier zu einer sexuellen Belästigung kommt, ist schon die bloße Beteiligung an der Gruppe strafbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Statistisch fallen nur drei Prozent der Straftaten im öffentlichen Raum in diese Bereiche. Alberti erklärte, wie Opfer handeln müssen: Polizei rufen, Täterspuren sichern, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, Verletzungen dokumentieren lassen, Kleidung nicht reinigen. Weitere Informationen zur Gewaltprävention gibt es unter praevention.polizei-bw.de

Laut werden, andere aufmerksam machen

Polizist und Gewaltschutztrainer Heiko Szorg erläuterte, was Frauen zum eigenen Schutz tun können. Sie sollten ihre Wege gezielt planen, nachts möglichst nicht alleine unterwegs sein, aufmerksam sein und selbstbewusst auftreten. Es gelte, Grenzverletzungen nicht zu akzeptieren sowie Grenzen frühzeitig und eindeutig aufzuzeigen. Wer bedroht, bedrängt oder gar angegriffen werde, müsse laut werden und die Aufmerksamkeit anderer auf sich ziehen – egal ob im Bus, Zug oder Park.