Was für ein Gewusel im Schulzentrum: Nellenburg-Gymnasium und Schulverbund Nellenburg hatten am Samstag ihren gemeinsamen Tag der offenen Tür. In vielen Klassenzimmern im Gymnasium gab es Einblicke in alle Angebote. Lehrer führten die Eltern durch die Schule, während die nächsten Fünftklässler sich bei der Schulrallye mit dem Gebäude vertraut machten. Die Mädchengruppe um Schulsozialarbeiterin Angelika Winter hatte diese organisiert. "Heute haben so viele Kinder wie nie teilgenommen", freute die sich. Bis in den Nachmittag kamen auch hier immer neue Familien, um die nächste Schule für ihr Kind zu finden.

Wieder einmal volles Haus im Nellenburg-Gymnasium. Viele Familien informierten sich über die Möglichkeiten für ihre kommenden Fünftklässler.
Wieder einmal volles Haus im Nellenburg-Gymnasium. Viele Familien informierten sich über die Möglichkeiten für ihre kommenden Fünftklässler. | Bild: Claudia Ladwig

Die Aula des Gymnasiums war brechend voll. Unterstufenchor, Zirkussport AG, Tanz-AG und französisch singende Siebtklässler hatten ein Begrüßungsprogramm für die Gäste vorbereitet. Schulleiter Michael Vollmer hob die Besonderheiten der Schule hervor: G9, also neun Jahre bis zum Abitur, wie es nur an 44 Gymnasien im Land möglich sei. Englisch bilingual mit vermehrtem Englischunterricht und einem Sachfach in dieser Sprache ab Klasse 7, ein großes Musik-Angebot im AG-Bereich und ab Klasse 9 Musik statt NWT oder Spanisch. Er nannte die vielen Arbeitsgruppen der Schule und betonte, man versuche, die Schulleitbilder zu leben. "Alle haben hier ein Höchstmaß an Freiraum, weil Menschen Verantwortung übernehmen, wenn sie frei sind." Alle Fächer seien gleichwertig, weil es der Schule um den ganzen Menschen gehe. Die Klassengemeinschaften seien ganz wichtig, deshalb blieben die Klassen auch bis zur Stufe 11 zusammen.

In der Projektwoche hatten die Schüler des Schulverbunds (außer der Abschlussklasse) mal anders als sonst gelernt und stellten die Ergebnisse vor. Jede Klasse hatte sich etwas zum Motto "Vielfältig, lebendig, bunt" überlegt. Dabei wurde sehr praxisorientiert gearbeitet.

Alle Ergebnisse der Projektwoche anzuschauen, war fast unmöglich. Einige Beispiele stehen für die große Vielfalt: So war das Zimmer der 7d in ein Aquarium verwandelt. Die Schüler hatten sich im Limnologischen Institut in Konstanz und der Vogelwarte Möggingen viel Wissen angeeignet. Die 8c hatte mit ihrer Lehrerin Cäcilia Braun-Müller ein Kooperationsprojekt zum Thema Honig mit den Experten Bianca Duventäster, Kurt Kirchmann und einem örtlichen Lebensmittelmarkt absolviert. Die 7c bot Kostproben selbstgemachter Bonbons an. Dass Süßes glücklich macht, wussten auch die Schüler der 6f. Zusätzlich hatten sie Glücksrezepte, Symbole und Horoskope zusammengestellt. Die 5d war auf der Suche nach dem Frühling auf der Mainau und besuchte mit Sabrina Molkenthin, Leiterin des Umweltzentrums, den Wald. Die Schüler zeigten Bastelarbeiten und Pflanzen-Steckbriefe. Fit und vital ging es in der 7a zu, während die 8d einen Jugendsprache-Duden erstellt hatte. Spannend waren der Mittelaltermarkt der 7b und das Musical der 5b und 5f.

Der Unterstufen-Chor begrüßte die Gäste im Nellenburg-Gymnasium. Auch die Zirkussport- und die Tanz-AG traten auf, bevor die Siebtklässler einige französische Lieder sangen.
Der Unterstufen-Chor begrüßte die Gäste im Nellenburg-Gymnasium. Auch die Zirkussport- und die Tanz-AG traten auf, bevor die Siebtklässler einige französische Lieder sangen. | Bild: Claudia Ladwig

Der Schulverbund feierte an diesem Tag auch mit einem Schulfest den seit diesem Schuljahr fertig gestellten Erweiterungsbau. Jetzt sind Werkrealschule und Realschule sowie eine Außenklasse der Hannah-Arendt-Schule unter einem Dach vereint. In der offiziellen Feierstunde ging es darum, die Vielfältigkeit, die den Schulverbund ausmacht, darzustellen. "Wir haben die geometrischen Formen unseres Schullogos mit Inhalten gefüllt", sagte Schulleiterin Beate Clot. Schüler aus den Bereichen Inklusion, Vorbereitungsklasse (VKL), Werkreal- und Realschule sprachen vor den geladenen Gästen. Lehrer erzählten, was für sie das Besondere an dieser Schule ist, und die Unterstützer von Förderverein, Elternbeirat und Schulsozialarbeit kamen zu Wort. "Schule gelingt nur mit guter Zusammenarbeit", bekräftigte Clot. Das Anschneiden der Torte in Form des Schullogos zusammen mit Bürgermeister Rainer Stolz symbolisierte auch das gemeinsam Erreichte: "Wir hatten ein großes Mitspracherecht beim Anbau und sind der Stadt extrem dankbar", betonte Beate Clot.

Profile und Anmeldungen

Am Nellenburg-Gymnasium bekamen die Gäste beim Tag der offenen Tür Infos zum neunjährigen Bildungsgang, Englisch bilingual, Musikprofil, zu naturwissenschaftlichen Angeboten und den verschiedenen AGs sowie zu Fördermaßnahmen. Im Schulverbund Nellenburg gab es Informationen über die Besonderheiten des Schulkonzepts und zu den Bausteinen des Schulprofils (Informationstechnische Grundbildung, Konfliktkultur und Sport, Ganztagesangebot) sowie Einblicke in die vielfältigen Fächerangebote und AGs. Am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. März, sind an beiden Schulen die Anmeldetage für die neuen Fünftklässler. (wig)