Auch wenn der Ortsverbandsvorsitzende der SPD Stockach, Klaus Delisle, bei der Mitgliederversammlung zur Kandidatenaufstellung neben diversen Mitgliedern nur drei Kreistagskandidaten begrüßen konnte – sieben waren krankheitsbedingt entschuldigt –, war seine Rede an die SPD-Mitglieder geprägt von Optimismus. "Natürlich rechnen wir damit, dass wir wie bei der vergangenen Kreistagswahl mindestens eine Kandidatin oder einen Kandidaten in das Gremium werden bringen können", erklärte Delisle, der aber auch eine Aufstockung der Zahl nicht für unmöglich ansieht.

Er betonte, dass die zehn nominierten Kandidaten ein breites Spektrum der Verwaltungsgemeinschaft abdeckten. So kämen die Bewerber nicht nur aus der Kernstadt, sondern auch aus Zizenhausen, Mahlspüren/Hegau, Bodman-Ludwigshafen, Eigeltingen und Wahlwies. Auch dem Geschlechterproporz werde Genüge getan. "Bei der Aufstellung der Kandidatenliste sind wir nach dem Reißverschluss-Verfahren vorgegangen, das da heißt: Frau – Mann – Frau und so weiter." Zu seiner eigenen Kandidatur auf dem Listenplatz zehn erklärte Delisle, der in Stockach ein SPD-Urgestein seit 1972 ist, Fraktionssprecher im Stockacher Gemeinderat war und 14 Jahre lang im Kreistag saß, dass er sich "der Sache wegen" noch einmal zur Kandidatur bereit erklärt habe. Diese Begründung gab auch der Kaufmann Joachim Kramer, momentan Fraktionssprecher im Gemeinderat und seit 40 Jahren SPD-Mitglied, für seine Kandidatur.

Der SPD-Kreisvorsitzende, Tobias Volz, bedankte sich in seiner Rede bei den Männern und Frauen, die sich zur Kandidatur bereit erklärt haben und gab die zukünftigen Schwerpunktthemen seiner Fraktion im Kreistag bekannt. Themen wie Mobilität, Wohnen, Gesundheit, ÖPNV, stillgelegte Bahnlinien und Pflege lägen ihm besonders am Herzen. Zum letzteren Punkt nannte er die Einrichtung einer "Pflege-Kammer", die analog der IHK und Handwerkskammer wirken solle.