Dem Verein Kulturbrücke, der im Juni 2018 aus dem Helferkreis für Flüchtlinge hervorgegangen ist, geht es um das friedliche Zusammenkommen und Zusammenwachsen verschiedenster Nationalitäten und Ethnien in Stockach. Daran hat sich auch nach etwas mehr als einem halben Jahr seit seiner öffentlichen Vorstellung nichts geändert. Im Gegenteil: Bis ins Landesministerium hat sich die vielfältige und ehrenamtliche Arbeit der Kulturbrücke rumgesprochen. Denn Dorothea Wehinger, die Landtagsabgeordnete der Grünen, stattete dem Verein am Mittwochnachmittag einen Besuch ab. Im Weltcafé gab es einen regen Austausch und bereits nach wenigen Minuten war für Wehinger klar: "Ihre Arbeit für die Integration von Geflüchteten Menschen in Stockach ist fantastisch."

Ein neues Journal soll entstehen

Christiane Pieper, Vorsitzende der Kulturbrücke, und Ute Kohlmann nutzten die Gunst der Stunde, um auch auf ihr neustes Demokratie-Projekt "Zukunft! Das sind wir!" aufmerksam zu machen. Das Projekt wird vom Deutschen Kinderhilfswerk gefördert. Ziel sei es, ein Journal mit Beiträgen von Kindern und Jugendliche aus den Gemeinschaftsunterbringungen in Stockach herauszubringen, erzählen die Beiden. Die Teilnehmer können dabei ihre Lebenswirklichkeit in Stockach und ihre Träume in Wortbeiträgen, Bildern und Fotos darstellen.

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Damit nicht nur die Sicht der Geflüchteten zum Tragen komme, sind in einer Art Tandemverfahren auch Kinder und Jugendliche ohne Migrationshintergrund beteiligt. Den Abschluss sollen ein Workshop und eine Zukunftswerkstatt in den Sommerferien bilden. Hier wolle die Kulturbrücke eng mit der Stadtjugendpflege zusammenarbeiten. "Wir wollen einfach wissen, was den Jugendlichen in Stockach wichtig ist – egal welche Herkunft oder Religion sie haben", sagte Christiane Pieper. Ein Stück weit, wolle man die Zusammenarbeit aber auch nutzen, um den Geflüchteten die Demokratie zu erklären. "Das Projekt ist auch dafür da, um Ethnien zusammenzubringen", ergänzte Sonia Steidle, stellvertretende Vorsitzende. Ein weiterer Vorteil des Projektes: Durch das gemeinsame Arbeiten werden Vorurteile abgebaut.

Schatz für die Willkommenskultur

Für Dorothea Wehinger sei die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer wie der Kulturbrücke ein unerlässlicher Schatz für die Willkommenskultur in Deutschland, wie sie im Gespräch betonte. "Diese Willkommenskultur dürfen wir uns nicht kaputtmachen lassen", sagte Wehinger. Alleine mit staatlich angestellten Mitarbeitern sei die Integration von Geflüchteten in Deutschland nicht zu schaffen. Deshalb sei es gut, dass sich so viele Menschen ehrenamtlich in Helferkreisen oder Flüchtlingsvereinen engagieren. "In keinem Bundesland gibt es so viele ehrenamtlichen Helfern wie in Baden-Württemberg", so Wehinger weiter.

Wehinger: "Ihr Engagement ist vorbildlich."

Obwohl Wehinger den Einsatz aller ehrenamtlichen Helfern der Integration hervorhob, gab es auch mahnende Worte der Landtagsabgeordneten der Grünen. Denn viele dieser Menschen hätten sich in ihrer Arbeit für die die vielen Helfer- und Flüchtlingskreisen verausgabt. "Ihr Engagement ist vorbildlich, aber bitte schauen Sie auch nach sich selbst", gab sie den Mitgliedern der Stockacher Kulturbrücke mit auf den Weg.