Wolf-Dieter Karle ist durch und durch ein Sports-Mensch. Keine Sportart scheint ihm fremd zu sein, auch wenn er betont, dass sein Herz an der Leichtathletik hänge. Das schlägt sich auch in seinem ehrenamtlichen Engagement nieder. 38 Jahre lang war er Vorstandsmitglied der TG Stockach, davon 20 Jahre Vorsitzender des Vereins. Und kürzlich ist noch ein Amt hinzugekommen: Im Frühjahr wurde er zu einem von drei Vize-Präsidenten des Badischen Sportbundes Freiburg gewählt.

Auch wenn der Posten neu ist, so ist Karle doch kein Neuling in dem Verband: Seit 2016 gehört er bereits zum 16-köpfigen Präsidium der Organisation. Nun ist Karle, der ehemalige Leiter der Stockacher Grund- und Hauptschule, einer der drei Stellvertreter von Präsident Gundolf Fleischer. Wie kam es dazu, dass Karle mit 69 Jahren noch einmal mehr Verantwortung übernimmt? „Als Vize-Präsident Alfred Klaiber, bekanntes Singener Sportgesicht, verstorben ist, hat man mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, dessen Posten zu übernehmen“, berichtet Karle. Er sagte Ja – und wurde in das Amt gewählt.

Mit Fleischer, dem ehemaligen CDU-Staatssekretär im Stuttgarter Landtag, verbindet Karle eine lange Bekanntschaft, denn beide haben gleichzeitig das humanistische Berthold-Gymnasium in Freiburg besucht. „Als Gundolf Abitur machte, war ich noch in der Quarta“, erzählt Karle, also in Jahrgang sieben. Das neue Ehrenamt bedeutet für ihn ein wenig eine Rückkehr zu den Freiburger Wurzeln. Denn Karle bezeichnet sich als „Bobbele“, eine Bezeichnung, die nur einer führen darf, dessen Eltern schon Freiburger waren.

In seiner neuen Aufgabe als Vize-Präsident ist er für den Bereich Leistungssport zuständig, was auch bedeutet, dass er Mitglied bei Paule, dem Präsidialausschuss Leistungssport Baden-Württemberg, ist. Aus seinen Aussagen wird ersichtlich, dass er sich in seinem neuen Ehrenamt sehr wohl fühlt, auch wenn es eine sehr zeitaufwändige Aufgabe ist. „Ich komme in meinem neuen Amt mit sehr vielen interessanten Sportlerinnen und Sportlern in Berührung“, erzählt der SC Freiburg-Fan.

Neben den Sitzungsterminen in Freiburg stehen auch viele repräsentative Termine auf Karles Programm. Hauptsächlich bei Vereinsjubiläen ehrt er verdiente Sportler, Trainer oder Vereinsfunktionäre. Sein nächster Termin, auf den er sich schon besonders freut, wird ein Ehrungstermin in der Schänzle-Halle in Konstanz am kommenden Samstag, 7. Dezember, sein. Denn dort wird er vor dem Spiel der HSG Konstanz gegen den VfL Gummersbach die Verantwortlichen des Konstanzer Vereins für ihr Engagement im Projekt Mixit ehren. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen Verein und Schule beziehungsweise Kindergarten, bei der die Kinder früh, aber behutsam an den Sport herangeführt werden sollen.

„In Südbaden wurden für diese Ehrung nur vier Vereine ausgewählt“, erklärt Karle – einen gewissen Stolz auf den Handball-Verein aus der Nachbarschaft kann man heraushören. Die Ehrung in Konstanz stellt für Karle eine außergewöhnliche Aktion dar, denn vor so einem großen Publikum – die Schänzle-Halle dürfte beim Spiel gegen den Traditionsverein aus Gummersbach ausverkauft sein – trat er als Verbandsfunktionär noch nie auf.