Markus Schnopp ist ein nimmermüder Motor im Ehrenamt. Sein Terminkalender ist prall gefüllt. Kein Wunder, denn der 54-jährige Seelfinger ist gleich in mehreren Vereinen und Gruppierungen aktiv. Der Montagabend ist für die Familie reserviert. Am Dienstagabend geht es in die Chorprobe. Der Mittwochabend steht zur freien Verfügung. Ins Schützenhaus geht es am Donnerstagabend und am Freitagabend wird bei der Feuerwehr geprobt. „Und am Wochenende steht meistens auch immer etwas an“, so Markus Schnopp.

Schnopp: „Ich bin da so reingerutscht“

Seit zehn Jahren ist Markus Schnopp Vorsitzender des Schützenvereins in Seelfingen. Seit 35 Jahren ist er in der Freiwilligen Feuerwehr – unter anderem als Gruppenführer. Als Organist sitzt er seit 25 Jahren in Seelfingen und Mahlspüren an der Kirchenorgel. Zudem schwingt er seit 25 Jahren den Taktstock beim Kirchenchor in Seelfingen als Dirigent. 16 Frauen hören dann auch sein Kommando. „Ich bin da irgendwie so reingerutscht“, sagt Schnopp, der seit 27 Jahren Hausmeister am Schulverbund Nellenburg ist. Sein Vater sei vor ihm Vorsitzender im Schützenverein gewesen und habe auch als Organist gespielt.

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Dass er sich in vielerlei Hinsicht im Ehrenamt engagiert, sei für Markus Schnopp eine Selbstverständlichkeit. Damit brüsten wolle er sich aber nicht. „Ich will mit diesen Ämtern nicht angeben. Ich mache das einfach, weil ich Lust darauf habe“, sagt er. Mit seinem Einsatz auch in der Dorfgemeinschaft in Seelfingen wolle er etwas an die nachfolgenden Generationen zurückgeben. Für Markus Schnopp ist es wichtig, dass die Vereine nicht nur aus seiner Person bestehen: „Ich habe so viele tolle Helfer in den Vereinen. Alleine würde ich diese Aufgaben nie stemmen können.“

Seit über zwei Jahrzehnten spielt Markus Schnopp die Orgel in der Seelfinger Kirche. Er leitet außerdem zwei Kirchenchöre. Bild: Claudia Ladwig
Seit über zwei Jahrzehnten spielt Markus Schnopp die Orgel in der Seelfinger Kirche. Er leitet außerdem zwei Kirchenchöre. | Bild: Claudia Ladwig

Obwohl Markus Schnopp seit zehn Jahren an der Spitze der Schützen in Seelfingen steht, verrät der zweifache verheiratete Familienvater ein überraschendes Detail: Mit Waffen habe er nichts am Hut. Ein Gewehr besitze er nicht. „Ich habe zwar als Jugendlicher im Verein mit Luftpistolen geschossen, aber ich kann mit Pistolen oder Gewehren nichts anfangen“, betont er. Das Geld für Waffen investiere er lieber in andere Anschaffungen. „Da kaufe ich mir lieber ein neues Akkordeon.“ Markus Schnopp war jahrelang mit seinen Kollegen der Buggy Tanzband unterwegs. Vor zwei Jahren ist er dort in den musikalischen Ruhestand getreten.

Er will Menschen etwas zurückgeben

Als wäre sein Terminkalender nicht schon voll genug, hat er dennoch seit Dezember 2018 ein freies Plätzchen darin am Montagabend gefunden. Für zwei Stunden geht Markus Schnopp mit Kindern einer Behinderteneinrichtung spazieren. Er sei durch eine Anzeige auf die Werkstatt aufmerksam geworden. Darin wurde nach einem ehrenamtlichen Begleiter für die Spaziergänge gesucht. Kurzerhand habe sich Schnopp dazu entschlossen, sich zu melden. „Mit geht es gut, meiner Frau auch und meine beiden Söhne sind erwachsen. Ich möchte einfach etwas von meinem schönen Leben zurückgeben“, sagt er. Es würde sich einfach nur gut anfühlen, Zeit mit den jungen gehandicapten Menschen zu verbringen.

Kann sich auf seine Stellvertreterin Ingrid Schneider blind verlassen: Markus Schnopp ist Vorsitzender des Schützenvereins Seelfingen. Bild: Ursula Maier-Lehn
Kann sich auf seine Stellvertreterin Ingrid Schneider blind verlassen: Markus Schnopp ist Vorsitzender des Schützenvereins Seelfingen. | Bild: Ursula Maier-Lehn

Wie lange er sich noch im Ehrenamt einbringen wolle, das könne er nicht sagen. „So lange es mir gut geht und es mir Spaß macht“, sagt Markus Schnopp. Ganz aufhören könne er sich allerdings nicht vorstellen. „Selbst wenn irgendwann einmal die Zeit kommt und ich sage, dass jetzt mit den ganzen Ämtern Schluss ist, werde ich immer irgendwas im Schützenverein oder in der Feuerwehr machen“, so der 54-Jährige weiter. Dafür sei für ihn das Vereinsleben in Seelfingen zu wichtig.