Der Verein Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) hat sich in den letzten Jahren schon mit verschiedenen Themen ins Stockacher Stadtleben eingebracht und es gibt noch viele weitere Pläne. Doch es fehlen Mitglieder, die tatkräftig zupacken und auch Verantwortung übernehmen. Der bisherige Vorstand um Siegfried Endres und Anja Schmidt kann die Aktionen nicht mehr alleine stemmen.

Der neu gewählte Schriftführer Jan Schultz hat daher in Zusammenarbeit mit dem Vorstand eine Organisationsstruktur entworfen, durch die die Arbeit künftig auf mehrere Schultern verteilt werden soll. Die Mitglieder befürworteten diese Neuordnung, diskutierten jedoch kontrovers über die Frage, wie mehr Mitmacher aus den Bereichen Handel, Industrie und Dienstleistung gewonnen werden könnten.

Geld ist nicht das Problem

Der Verein steht finanziell nicht schlecht da. Kassier Michael Fritz wurde ebenso wie der gesamte Vorstand einstimmig entlastet. Aber das Problem liegt nicht beim Geld, sondern bei den zu geringen Mitgliederzahlen. Die stellvertretende Vorsitzende Anja Schmidt machte deutlich, dass nur wenige Mitglieder aktiv dabei seien und auch die Teilnahme an den beim letzten Unternehmertreffen gebildeten Arbeitsgruppen nachgelassen habe. Wenn es den HHG jedoch nicht mehr gebe, sei das schlecht für Stockach.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie gab zu: „Der HHG ist sehr handelslastig und sehr auf die verkaufsoffenen Sonntage fixiert. Wir müssen die anderen Gewerke stärker besetzen und uns anders aufstellen als bisher.“ Ihr sei wichtig, eine andere Außenwirkung zu erzielen. „Wir wollen das Bindeglied zur Stadt sein. Wir müssen so stark werden, dass es an uns einfach nicht vorbeigeht.“

Fast wie ein zweiter Betrieb

Meik Eichwald betonte, die Stadt habe nicht den Background des Handels. „Wir brauchen den HHG, sonst schenken wir unser Gehör weg.“ Allerdings schreckten viele vor dem großen Aufwand zurück, denn der HHG sei für den Vorstand fast wie ein zweiter Betrieb zusätzlich zum eigenen. Er schlug deshalb vor, einen hauptamtlichen Geschäftsführer einzustellen. Siegfried Endres erklärte, der HHG könne kein reguläres Gehalt zahlen. „Darum brauchen wir die Stadt.“

Rüdiger Mahl lobte die neue Struktur als gute Grundlage. Er schlug vor, auch Unternehmertreffen der einzelnen Bereiche anzubieten, um gemeinsame Ziele zu formulieren. Auch jüngere Unternehmer sollten gewonnen werden, um den Verein fit für die Zukunft zu machen. Jetzt sei die Chance für neue Inputs durch Themen, die die einzelnen Gewerke mitbrächten, ergänzte Meik Eichwald.

„Große träge Masse“ motivieren

Der eingeschlagene Weg sei richtig, befand auch Andreas Tyrra. Er regte Kooperationen mit umliegenden Gewerbevereinen bei administrativen Tätigkeiten an. Gerd Wurst betonte, die Stadt müsse mit ins Boot geholt werden, denn die Anstrengungen könnten nicht allein aus dem Handel kommen. Und den Mitgliedern müsse klar sein, dass sie sich zu bestimmten Punkten verpflichteten. Für ein starkes Miteinander sprachen sich auch Andreas Klatt und Armin Grathwohl aus. Man müsse aber, so Klatt, die große träge Masse der Mitglieder aktivieren und viele Menschen ansprechen.

Die Zahlen geben ihm recht: Der HHG hat derzeit 90 Mitglieder, aber nur fünf bis zehn Prozent sind aktiv dabei. Eberhard Martin bekräftigte, der HHG müsse alle Gewerke abdecken, deshalb sei es wichtig, dass man mitmache. Das betonte auch Gerd Wurst: „Wir kriegen Aufgaben, von denen wir noch gar nichts wissen. Wir können es nur gemeinsam mit breiter Brust schaffen.“

Verein wünscht sich Vollzeitkraft

Wichtig sei, Stockachs Attribute hervorzuheben und eine langfristige Strategie zu entwickeln, darin waren sich die Mitglieder einig. Der Vorsitzende Siegfried Endres sagte, das Vorstandsteam werde in diese Richtung starten und ein Gerüst schaffen, um die Herausforderungen zu meistern – gemeinsam mit der Stadt, wenn dort das Stadtmarketing angeschoben werde. Außerdem könnte sich HHG eine Vollzeitkraft vorstellen, die größtenteils von der Stadt bezahlt werden solle: „Stadt, Kultur und wir übernehmen je ein Drittel. So muss es funktionieren.

Die kommenden Termine des HHG

Am 28. November findet das nächste Unternehmertreffen in der MEGA (Gewerbegebiet Blumhof) statt. Künftig wird auch über kleinere Versammlungen nachgedacht. Am 14. Dezember gibt es den zweiten Winterzauber auf dem Gustav-Hammer-Platz. Der kleine Markt wird mit gleicher Besetzung ähnlich ausgerichtet wie im Vorjahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Die stellvertretende Vorsitzende Anja Schmidt hatte in der Versammlung die gute Zusammenarbeit mit Hauptamtsleiter Hubert Walk und Kulturamtsleiter Stefan Keil bei den verkaufsoffenen Sonntagen und dem Winterzauber betont und für deren Unterstützung gedankt. Auch die Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen kommt vom Verein Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) Stockach. Mitglieder der Hänsele helfen beim Auf- und Abhängen, die Stadt unterstützt die Aktion finanziell.