Viele Vereine klagen darüber, dass es schwierig sei, Menschen zu finden, die ein Vereinsamt übernehmen wollen. Beim Förderverein der Grundschule Winterspüren fehlt es allerdings offenbar auch an normalen Mitgliedern: „Wir können nicht nachvollziehen, warum viele Eltern, deren Kinder unsere kleine, feine Grundschule besuchen, kein ausreichendes Interesse am Förderverein zeigen. Denn letztlich profitiert jedes einzelne Kind von den Aktivitäten des Vereins", sagte Jens Petersen, zweiter Vorsitzender, bei der Hauptversammlung. Dieses Thema beschäftigt den Vorstand und so brachte Beisitzerin Jutta Knittel den Vorschlag ein, am Sommerfest der Schule eine Stellwand zu errichten, um Werbung für den Förderverein zu machen. Für die Zukunft wünscht sich der Vorstand weitere Mitglieder. Momentan bestehe der Verein aus 27 Mitgliedern, das seien etwa die Hälfte der Eltern, deren Kinder aktuell die Grundschule Winterspüren besuchen, so Petersen. „Der Mitgliedsbeitrag liegt bei zwölf Euro im Jahr“, sagt er, das sei erschwinglich.

Was der Verein für die Schüler auf die Beine stellt, wurde bei der Hauptversammlung deutlich. Renate Knodel, die wiedergewählte Vorsitzende, eröffnete die Versammlung mit einem kurzen Rückblick. So wurde zum Beispiel als erste eigene Veranstaltung des jungen Vereins die Kinderolympiade, bei der sich die Kinder in verschiedenen Disziplinen messen konnten, genannt. „Sicherlich werden wir so eine Veranstaltung wiederholen“, betonte Knodel. Und mit Unterstützung des Fördervereins wurde die Schulbücherei um 20 neue Bücher aufgestockt. Dank Schulleiterin Nicole Bohnenstengel, die die Organisation übernahm, gab es an drei Terminen in der Grundschule ein gesundes Frühstück. Hier konnten alle Schüler ein Schulfrühstück mit Zutaten, die der Förderverein bezahlt hat, selbst herstellen und einnehmen. Da diese Aktion guten Anklang bei den Kindern fand, wird dies auch für das kommende Schuljahr geplant. Die Busfahrten zum jährlichen Schwimm- und Wandertag sowie zum Weihnachtstheater nach Stockach konnten, dank großzügiger Spenden an den Förderverein, ebenfalls übernommen werden. Das jüngste Projekt hieß Robin Hood, ein Waldprojekt, das der Verein mit dem Umweltzentrum Stockach verwirklicht hatte. An drei Tagen verlegten die Lehrerinnen und Schüler die Klassenzimmer in den Wald. Die Schüler bauten sich als Sitzmöglichkeit ein Waldsofa und schnitzten Pfeil und Bogen.

Die Ortsvorsteher Herbert Rebstein (Mahlspüren im Tal / Seelfingen) und Olaf Patzke (Winterspüren) lobten die Vielfalt, die der Förderverein im Angebot hat. „Es ist sehr beeindruckend, was so ein an Mitgliedern überschaubarer Verein alles leistet. Es zeigt sich, dass es richtig war, diesen Förderverein der Grundschule Winterspüren zu gründen“, so Olaf Patzke. Bereits in Planung für das nächste Schuljahr ist das Projekt „Faustlos" für gewaltfreies Miteinander.

Der Vorstand wurde einstimmig entlastet, und Wahlleiter Jürgen Kragler, einer der Initiatoren des Vereins sowie Mitglied im Winterspürer Ortschaftsrat und im Stockacher Gemeinderat (hier für die CDU), bestätigte die Wiederwahl des Vorstands. Die Kassenprüfer Rebstein und Patzke bescheinigten Kassierer Ingo Gitschier einwandfreie Kassenführung. Und die Vorsitzende Renate Knodel blieb im Amt, obwohl sie sich eigentlich nicht zur Wiederwahl aufstellen lassen wollte, da sie keine Kinder mehr an der Schule hat. Ein Ersatz wurde aber nicht gefunden.