Der Kammerchor Stockach, mit einigen neuen Sängern auf über 40 Choristen angewachsen und mit Stefan Gräsle unter neuer Leitung, begeisterte mit seiner nunmehr zehnten Sommerserenade im Berufsschulzentrum 150 Zuhörer. Die Stimmung war angeregt und heiter, die Musik inspirierend, und die von den Wirtschaftsgymnasiasten servierten Häppchen waren lecker.

Voll im Takt: Der neue Chorleiter Stefan Gräsle führt seine Sänger und Sängerinnen stilsicher durch das Konzert. Bild: Gabi Rieger
Voll im Takt: Der neue Chorleiter Stefan Gräsle führt seine Sänger und Sängerinnen stilsicher durch das Konzert. Bild: Gabi Rieger

Dem regnerischen Wetter geschuldet war, dass es die erste Hälfte des rundum schönen Konzertes im Interieur der Schule gab, und den zweiten Teil draußen im lauschigen Atrium. „Meine Oma Sylvia singt mit im Kammerchor“, sagte Julius Conrad (7) mit Mama, Tante und drei Geschwistern als Fangemeinde im Schlepptau. Ob die Oma hoch singt oder tief? „Unterschiedlich“, meinte Julius schmunzelnd.

Musikalische Sehnsucht nach der Liebe

Sehnsucht nach Liebe lautete das Motto, und entsprechend kamen die Sänger in etlichen Schattierungen mal fröhlich tändelnd und mal schmachtend bis tieftraurig oder auch verzweifelt daher. Schwungvoll und freudig sang der überwiegend intonationssichere Chor das Madrigal vom zarten Jungfräulein. Anrührend schön klang mit „Belle, qui tins ma vie“ die mittelalterliche Pavane von Thoinot Arbeau. Zum poppigen „only you – ballalala“ schnalzte das Publikum, soweit es konnte, den Takt.

Ein mit Klavier und Klarinette harmonisch zusammen wirkendes Mutter-Tochter-Team: Ulrike und Katharina Gräsle. Bild: Gabie Rieger
Ein mit Klavier und Klarinette harmonisch zusammen wirkendes Mutter-Tochter-Team: Ulrike und Katharina Gräsle. Bild: Gabie Rieger

„Es ist heute von der Liebe die Rede und ich hab dazu zwei meiner Liebsten mitgebracht“, verkündete Chorleiter Stefan Gräsle, dessen Frau Ulrike (Klavier) und Tochter Katharina (Klarinette) dem Chorgesang zusätzliche Glanzlichter verliehen. Zum Weinen schön spielten sie Stücke wie das Adagio aus der Prémiere Sonate von Francoise Devienne. Mit beglücktem Strahlen regelrecht „angeschmachtet“ wurden Mutter und Tochter Gräsle vom Publikum und den Choristen während ihres Vortrags von Fritz Kreislers „Liebesfreud“. Mozarts Kanon „V‘amo di core“ hat so viel Zuhörwonnen beschert, dass mancher aus dem Publikum gern mitgesungen hätte. „To be or not to be“ war vor enthusiastischem Beifall die Frage im jazzig fröhlich geschmetterten Sound.

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