Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben – so geht das Sprichwort. Und meistens kann man auch ziemlich viel lernen. Zum Beispiel über Leuchttürme. Welchen Leuchtturm er vor sich hat, erkennt ein Kapitän nämlich am Streifenmuster auf dem Turm und an den Hell-Dunkel-Intervallen, die die Leuchte erzeugt. Die werden übrigens nicht dadurch erzeugt, dass eine Lampe blinkt oder sich dreht, sondern dadurch, dass ein Prismenkorb um eine Lampe rotiert. Er sorgt für ein unverwechselbares Lichtmuster. Im Fall des Leuchtturms auf der nordfriesischen Insel Amrum ist eine Sekunde hell und sechseinhalb Sekunden dunkel.

So erklärt es jedenfalls der freundliche weißhaarige Herr, der am Fuß des Leuchtturms die Eintrittskarten für den Aufstieg verkauft. Und wenn man mehrere Leuchttürme gleichzeitig sieht, kann man daraus etwas schließen, wo man sich befindet.

So weit, so gut. Man kann auf Reisen aber auch einiges erfahren. Zum Beispiel über den weit reichenden Ruf der Stadt Stockach. Die ist zwar klein, aber offenbar ziemlich bekannt. Und wer ist verantwortlich? Das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken. Als der Autor dieser Zeilen, in touristischer Mission auf Amrum unterwegs, nämlich erwähnt, dass man aus Stockach komme, strahlt der Herr hinter der Kasse: „Na klar, das kenne ich. Da gibt es doch das Narrengericht.“ Nicht schlecht.

Der Gesprächspartner hatte ein paar Jahre seines Lebens in unserer Region verbracht – und dabei die Fasnacht offenbar in lebhafter wie angenehmer Erinnerung behalten. Ob die hiesigen Fasnachtsbräuche auch im hohen Norden der Republik zum Allgemeinwissen gehören, ließ sich vor Ort allerdings nicht restlos klären. Vielleicht wird es ja mal wieder Zeit für eine wissenschaftliche Untersuchung – wie im vergangenen Jahr, als es um die Medienpräsenz des Narrengerichts ging.