Tafel-Laden, Aachbachstraße Stockach: Der Matsch klebt hartnäckig am Boden, die Feuerwehr hat das Wasser herausgepumpt, was bleibt ist Dreck. Renate Ibekken steht fassungslos im Laden. Der Pegel der Aach ist im Laufe der Nacht so stark angestiegen, dass das Wasser in die Räume gedrückt hat. "Die Nachbarin hat mich alarmiert", sagt Renate Ibekken.

Es hat einige Keller in der Aachbachstraße erwischt, die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Renate Ibekken hat ihre Mitstreiter Sandra Siegenthaler, Margot Kammerlander, Isolde Seliger, Anita Griehl und Manfred Kopp herbeigerufen. Ihre Einschätzung fällt nüchtern aus: "Wir müssen alles trocken kriegen." Der Tafel-Laden bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Meßkircher Straße, Zizenhausen: Irma und Egon Kratzer haben in ihrem Anwesen am Ende der Meßkircher Straße so etwas noch nicht erlebt. "Wir wohnen schon 40 Jahre da", sagt Irma Kratzer. Das Wasser sei die Straße nur so heruntergeschossen und habe die Mülleimer mitgerissen. "Die schwammen wie Boote obenauf", sagt Egon Kratzer. Für die Aufräumarbeiten ist er mit Gummimantel und hohen Gummistiefeln bestens gerüstet. "Als Angler hat man die Sachen in Griffweite."

Bundesstraße 313, vor dem Ortsteingang Hoppetenzell: Hubert Schrodin ist einer der stillen Helden in der Nacht und am Tag. In der Nacht war er im Einsatz als Mitglied der Feuerwehr Stockach, "da war am Sportplatz in Winterspüren alles überflutet". Tagsüber ist er für die Technischen Dienste der Stadt unterwegs. Er säubert die Schlammeimer am Fahrbahnrand.

Bundesstraße 313, am Ortsausgang Hoppetenzell Richtung Mühlingen: Gartenbauer Siegfried Umhauer ist um 7 Uhr zum Noteinsatz nach Hoppetenzell gerufen worden. Zusammen mit Manfred Joos im Bagger räumt er das Bett des Weiherbachs von Geröll und Holz. Ein Wurzelstock hat das Kanalrohr verstopft und wie eine Staumauer das Wasser nach oben gedrückt. Herbert Lohr von der Gewässer- und Kanalunterhaltung der Stadt Stockach ist den ganzen Tag mit dem Problem beschäftigt: "Diese Starkregen spülen das Totholz aus dem Wald vor die Rohre und machen alles zu."

Stockacher Straße, Eigeltingen-Heudorf: Humor ist wenn man trotzdem lacht. Doch den Nachbarn ist eigentlich zum Heulen zumute. Die Durchgangsstraße in Heudorf ist in der Nacht zum reißenden Strom geworden. Aber früh um 11 Uhr sind auf der Straße und in den Hofeinfahrten die Überreste zusammengekehrt. Irene Jäger macht vor ihrem Schubkarren eine Bestandsaufnahme: "Äpfel, Zwetschgen und Roßbollen" hat die Flut angeschwemmt. Schlimm sieht es in den Kellern aus. Gartengerät und Werkzeug – alles ist verschoben und verschmiert. Das große Aufräumen hat erst begonnen.