Stockach Christel Neumann komponiert aus Farben Bilder

Die Stockacher Künstlerin Christel Neumann stellt ab Freitag, 16. Februar, im Rathaus ihre Bilder aus. Ihre Techniken sind Aquarell, Acryl und Spachtelmasse.

Spannung ist bei den Werken von Christel Neumann ein Kernbegriff. Für sie ist es immer wieder aufs Neue spannend, wie sich ein Bild in der Entstehung entwickelt, und die physikalische Spannung des Materials trägt ihren Teil dazu bei. Die 67-Jährige nutzt drei Techniken: Aquarell-Farbe, Acryl-Farbe und Spachtelmasse. "Ich brauche die Abwechslung", sagt sie. Einblicke in diese Abwechslung und welche Werke dabei entstehen, bekommen die Besucher der ersten großen Ausstellung der Künstlerin, die am Freitag, 16. Februar, mit einer Vernissage im Stockacher Rathaus beginnt (siehe Infokasten). "Ich bin unheimlich gespannt, wie die Bilder ankommen", sagt sie.

Den Anfang habe Aquarell gemacht, die anderen Techniken kamen später dazu, erzählt die Künstlerin. "Ich habe viele Jahre lang nur in Aquarell gemalt, aber irgendwann habe ich mich an Acryl gewagt und bin begeistert." Der Vorteil von Acryl sei, dass sie mit diesen Farben sehr spontan arbeiten könne. Und mit Spachtelmassen könne sie sich austoben und experimentieren, denn sie mischt zum Beispiel Sand ein, den sie von ihren Reisen mitgebracht hat, Holzspäne oder Marmormehl. Das Malen mit Aquarell hat sich die 67-Jährige autodidaktisch beigebracht und später auch Kurse besucht, um ihre Techniken weiterzuentwickeln. Über eine Dozentin kam sie dazu, Spachtelmasse für ihre Bilder zu nutzen. "Jetzt fahre ich dreigleisig", sagt sie über ihre Technik-Vielfalt. Die gebürtige Überlingerin hat eine Zeit lang in Nordrhein-Westfalen gelebt, wohnt seit 1971 in Stockach und hat sich im Ruhestand einen kleinen Traum erfüllt: Ein Atelier, in dem sie nach Herzenslust malen und mit ihren Techniken experimentieren kann.

Die Spachtelmasse benutzt Christel Neumann hauptsächlich im Sommer, wenn sie die Bilder gut zum Trocknen in die Sonne hinauslegen kann. Diese Wärme übt dann ihren Effekt aus: Die Spannung, die beim Trocknen im Material entsteht, kreiert die Effekte. Sie lässt unberechenbare Risse entstehen, die individuelle Strukturen schaffen. Die Spannung könne sogar so stark werden, dass sie die Leinwand oder den Rahmen sprengt. "Das Material hat auch noch nach drei oder vier Monaten ein Eigenleben. Das ist faszinierend." Bei der Ausstellung zeigt die Künstlerin auch ein Bild, dass wortwörtlich den Rahmen gesprengt hat.

Unter den rund 44 Werken in der Ausstellung werden etwa die Hälfte Aquarellbilder sein und die anderen Acryl und Spachtelmasse. Die Künstlerin nutzt unterschiedliche Format. Die kleinsten Bilder sind 40 mal 40 Zentimeter, das Größte misst etwa 1,20 mal einen Meter. Und sie sind sehr bunt. "Farbe ist mein Thema", sagt sie. Sie komponiere ihre Bilder wie Musik. Die Farben seien das Orchester. Deshalb hat sie ihrem Atelier auch den Namen Farbklang gegeben. Dort sind auch Besucher willkommen. Wenn der Aufsteller vor dem Haus steht, ist Christel Neumann da und malt.

Auf Reisen hat Christel Neumann oft Malsachen dabei und hält fest, was sie sieht. Für den nächsten Urlaub kommt der Skizzenblock ins Gepäck, denn die Künstlerin plant für künftige Werke Städteansichten mit Menschen. Aus den Skizzen will sie dann ab Herbst Bilder ausarbeiten.

Ausstellung

Die Ausstellung "Mein Leben mit der Farbe" von Christel Neumann im Stockacher Rathaus ist von Freitag, 16. Februar, bis Freitag, 16. März, zu sehen. Die Werkschau ist immer zu den Öffnungszeiten des Rathauses offen. Die Vernissage findet am 16. Februar um 19 Uhr statt. Bürgermeister Rainer Stolz wird die Gäste begrüßen. Die Laudatio halten Birgit Gräfen und Bernhard Watermann und es spielt ein Schlagzeugensemble der Musikschule. (löf)

Infos über die Künstlerin: www.atelier-farbklang.de/wordpress

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