Auf ihrer Schiffsreise – natürlich unter Segeln – zu den „bezauberndsten Orten der Welt“ begegnen Nancy Spiller und Alexander Pluquett Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen und Stimmungen: da sind die vom Ehrgeiz der Eltern gestressten Lehrer, die Gutmenschen, die nicht anders können, die Zukurzgekommenen, die keine Opfer mehr bringen wollen und die Familie, die bei Stromausfall von den von ihren Displays aufsehenden Gesichtern überrascht wird.

Sprachakrobatik und Wortwitz

Die Herkuleskeule Dresden, seit Jahrzehnten eine der besten Adressen für politisches Kabarett in Deutschland, hatte wieder einmal in Stockach Station gemacht. Die Veranstalter der Stockacher Kleinkunstreihe freuten sich über ein vollbesetztes Haus.

Die musikalische Reise im Bürgerhaus Adler Post mit Liedern, die vor schwarzem Humor troffen, und mit Dialogen voller Sprachakrobatik und Wortwitz – zur Freude der Fans auch mal auf sächsisch – endete bei dem erklärten Ziel ihrer Reise: „dort wo es schön ist, bei Menschen, die viel lachen, die aber wirklich etwas verändern wollen“.

Armutsfalle „Eltern haben“

Nicht gegen die „drohende Islamisierung Deutschlands„ wollen die beiden Reisenden, die sich ein Jahr nach Beginn der „Gelbwestenbewegung“ in Frankreich Warnwesten übergestreift hatten, auf die Straße gehen, sondern gegen soziale Not und Unrecht.

Nicht nur Kinder kriegen sei eine Armutsfalle, sondern auch Eltern haben, stellen die beiden fest. Deshalb sollte man Kinder erst im Rentenalter bekommen, dann müssten sich diese mit 18 nicht um Eltern kümmern.

„Soziale Abwärtsvergleiche“

Waren die Programmpunkte zu „Social Freezing„ und den „Best Agern“ noch bissig-komisch, machten die folgenden betroffen. „Soziale Abwärtsvergleiche sind unser Lebenselixier“, sangen die beiden, die, selbst getreten, immer noch jemanden finden, der gesellschaftlich unter ihnen steht.

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Die schwarze Wand, die sich den beiden Strandtouristen vom Meer her nähert, ist weder ein Tsunami noch eine Atombombenwolke. Es sind die Opfer der Globalisierung, die über das Meer kommen – eine Menschenwand. „Wenn die das mit uns machen, was wir mit ihnen gemacht haben?“ fragen sich bang die beiden Reisenden.

Friedensnobelpreis für das Mittelmeer

Bevor Alexander Pluquett mit Trompete und begleitet am Klavier von Thomas Wand Louis Armstrongs „Wonderful World“ anstimmen, erklären die beiden Kabarettisten das Mittelmeer zum Kandidaten für den nächsten Friedensnobelpreis: Niemand habe mehr Flüchtlinge aufgenommen.