Die Stockacher Stadtwerke haben mit fast 888 000 Euro im Jahr 2018 wieder einen hohen Gewinn erzielt. Im Jahr zuvor lag der Gewinn bei einem Rekordwert von fast 894 000 Euro. Dies geht aus dem Geschäftsbericht des kommunalen Versorgers hervor, den Geschäftsführer Jürgen Fürst kürzlich im Gemeinderat vorstellte. Besonders viel tut sich bei der Trinkwasserversorgung und beim Stromnetz. Auch der Ausbau des schnellen Internets war ein großes Thema. Wie sich das Unternehmen in diesen drei Punkten geschlagen hat:

  • Wasserversorgung: Im Vergleich zu 2017 ist in diesem Bereich der Gewinn besonders stark gesunken, nämlich von 292 000 Euro (2017) auf 199 000 Euro (2018; siehe Grafik). Gelitten habe das Ergebnis in diesem Bereich, weil die Stadtwerke mehr Wasser als geplant von der Bodensee Wasserversorgung (BWV) abnehmen mussten, erklärte Jochen Stein, Leiter des kaufmännischen Bereichs im Unternehmen, in der Sitzung. Im Hintergrund steht eine Umstellung bei der Wasserversorgung des Ortsteils Wahlwies.
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Bis Mitte 2018 sei diese durch den Tiefbrunnen Herrensteig und die Rienequelle erfolgt, heißt es in der Sitzungsvorlage. Da der Tiefbrunnen nahe der Stockacher Aach liegt, schwankt dessen Wasserqualität, eine aufwendige Sanierung wäre nötig. Und die Rienequelle weist zu hohe Nitratwerte auf, um ihr Wasser allein für die Versorgung zu nutzen.

In der Sitzung machte der Wahlwieser Ortsvorsteher Udo Pelkner, der auch für die Freien Wähler im Gemeinderat sitzt, starke Düngung in der Landwirtschaft in dem relativ großen Einzugsbereich der Quelle dafür verantwortlich. Bislang wurde der Nitrat-Grenzwert beim Trinkwasser laut Geschäftsführer Jürgen Fürst deutlich unterschritten, weil Wasser aus dem Tiefbrunnen und der Rienequelle gemischt wurde. Da dies nun nicht mehr geht, wird Wahlwies derzeit aus dem Hochbehälter Osterholz versorgt.

Welche Sparte der Stadtwerke hat wie viel Gewinn erzielt und wie hat sich das geändert? Dies zeigt die Grafik.
Welche Sparte der Stadtwerke hat wie viel Gewinn erzielt und wie hat sich das geändert? Dies zeigt die Grafik. | Bild: Kerstan, Stefanie

Dafür wiederum musste mehr Wasser als geplant von der BWV abgenommen werden, was „stark sanktioniert“ werde, so Jochen Stein. Eine Erhöhung der Bezugsmenge sei günstiger, als die Überschreitungen zu bezahlen. Der Gemeinderat beschloss daher einstimmig, die Bezugsmenge bei der BWV zu erhöhen. Beantragt werden sollen bei der BWV nun eine Erhöhung auf 30 Liter pro Sekunde (bisher: 24 Liter pro Sekunde). Bürgermeister Rainer Stolz sagte auf Nachfrage von Wolfgang Reuther (CDU), dass die Rienequelle auch wieder ans Netz gehen soll, zumindest wenn die Nitratwerte stimmen.

  • Strom: Diese Sparte hat 2018 den größten Gewinn erzielt. Beherrschendes Thema sei dabei zuletzt die Netzübernahme in den Ortsteilen vom Vorbesitzer Netze BW gewesen, so Fürst. Zum Jahresbeginn 2020 soll das Netz nun nach vielen Vorarbeiten den Besitzer wechseln. Den Kaufpreis gibt Fürst mit etwa 2,1 Millionen Euro an, inklusive anderer Arbeiten, etwa zur Entflechtung der Netze, dürfte die Übernahme etwa 3,8 Millionen Euro kosten.
  • Breitband: Wolfgang Reuther (CDU) mahnte in der Aussprache zum Geschäftsbericht, dass die Stadtwerke den Breitbandausbau vorantreiben sollen. Wichtig sei vor allem, dass das schnelle Internet überall hinkomme, nicht so sehr der Gewinn. Geschäftsführer Fürst erklärte dazu, dass man sich nicht von dem vergleichsweise kleinen Gewinn der Sparte von 4000 Euro täuschen lassen dürfe.

Das Unternehmen habe 230 000 bis 240 000 Euro in diesem Bereich investiert: „Das hört sich nicht nach viel an, wir sind aber gut unterwegs“, so Fürst. Denn man habe Synergieeffekte mit anderen Bauarbeiten genutzt. Bürgermeister Rainer Stolz ergänzte, man wolle den Ausbau so effizient wie möglich betreiben: „Das ist wichtig für die Infrastruktur der Stadt.“

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