Stürmischer Beifall mit donnerndem Fußgetrappel – das erntete der Landesgospelchor Gospelicious bei seinem enthusiastisch gefeierten Auftritt in der rappelvollen Sankt Oswald-Kirche. Gut 600 Fans aus der näheren und weiteren Umgebung hatten dem vom Landesmusikrat Baden-Württemberg getragenen jungen Gospelchor ihre Aufwartung gemacht – darunter Fritz Trick, der aus Sulz am Neckar extra nach Stockach kam. „Ich hab die schon mehrfach gehört – tipp, topp“, geriet Trick ins Schwärmen über den „schwärzesten weißen Gospelchor“. Zum einen begeistere ihn ihre außergewöhnliche Choreografie und zum anderen die stimmliche Qualität. Geleitet vom Dirigenten Jörg Sommer, treffen sich nach qualitativen Auswahlkriterien Singbegeisterte aus ganz Baden Württemberg zwischen 16 und 26 Jahren zwei Mal jährlich jeweils für eine Projekt-Woche.

Chorleiter Jörg Sommer nahm alle mit in der rappelvollen Sankt Oswald-Kirche: die Chorsänger sowieso, aber auch das immer wieder mit eingebundene Publikum.
Chorleiter Jörg Sommer nahm alle mit in der rappelvollen Sankt Oswald-Kirche: die Chorsänger sowieso, aber auch das immer wieder mit eingebundene Publikum. | Bild: Gabi Rieger

Junge, frische Stimmen, die perfekt mit Klangfarben umzugehen wissen, hat Chorleiter Sommer um sich versammelt. Fetzig, lebendig strahlend, schmeichelnd, wild und zart ist ihr Sound, der mit der vierköpfigen, am Rand des Altars postierten Live-Band eine harmonische Einheit bildet. Chorleiter Sommer nimmt sie alle mit. Den jungen Gospelchor sowieso, aber auch das immer wieder ins Programm eingebundene Publikum, darunter auch Pfarrgemeinderat Stephan Kessler und seine Frau Jutta, die beide einst bei „Gospelicious“ mitsangen und den Chor nun nach Stockach holten.

Stephan Kessler, Pfarrgemeinderat von Sankt Oswald, hat den Gospelchor Gospelicious nach Stockach geholt. Zusammen mit seiner Frau Jutta (beide im Bild mit ihren Kindern) sang er bis vor rund zehn Jahren in dem vom Landesmusikrat Baden-Württemberg getragenen Chor mit.
Stephan Kessler, Pfarrgemeinderat von Sankt Oswald, hat den Gospelchor Gospelicious nach Stockach geholt. Zusammen mit seiner Frau Jutta (beide im Bild mit ihren Kindern) sang er bis vor rund zehn Jahren in dem vom Landesmusikrat Baden-Württemberg getragenen Chor mit. | Bild: Gabi Rieger

Gefühlvolle Balladen, originelle Eigenkompositionen und eigenständig interpretierte Klassiker bildeten das facettenreich Dargebotene im typischen Wechselspiel von Chor und Solisten. Instrumental und chorisch großartig gestaltet war die Vertonung von Johannes Kepler in Form eines Dankgebetes über das Wunder der Schöpfung. Pfiffig kam mit zungenbrecherisch aberwitzig schnell gesungenen Episoden „This Train“ daher, der das Leid der Sklaven beim Eisenbahnbau besingt. Bei den A cappella-Songs bildete Fußgetrappel und Klatschen das Continuo. „Die sind super. Einfach genial“, resümierte Reinhild Dove aus dem Kreis der Fans.