Die größte Industrieansiedlung der vergangenen Jahre in Stockach ist einen entscheidenden Schritt weiter: Die Firma Baumer feierte an ihrem neu entstehenden Entwicklungs- und Logistikzentrum im Gewerbegebiet Blumhof das Richtfest. Auf dem etwa 48¦000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen derzeit eine Logistikhalle, ein dreigeschossiges Produktionsgebäude und ein dreigeschossiges Bürogebäude. Diese Gebäude sollen zusammen über 18¦000 Quadratmeter Fläche verfügen. Etwa 400 Menschen könnten darin arbeiten, sagte Unternehmenschef Oliver Vietze am Rande des Richtfests. Diese Arbeitsplätze würden allerdings nicht auf einmal geschaffen. Deswegen dürften die neuen Gebäude sich erst im Laufe der Zeit füllen. Man sei optimistisch für die Zukunft, so Vietze – Platz für Wachstum ist praktisch eingeplant. Derzeit seien 35 Baumer-Mitarbeiter in den bestehenden provisorischen Containern untergebracht. Und: "Wir stellen permanent Leute ein", sagt Oliver Vietze. Dabei könne man auch mit einer attraktiven Region punkten. Und es handele sich um neue Arbeitsplätze, die nicht woanders abgezogen würden.

Nach dem offiziellen Festakt gab die Unternehmensleitung bei einer Baustellenführung einen Einblick in die Pläne. Da die Mitarbeiter miteinander kommunizieren sollen, würden im Bürogebäude nur wenige Wände fest installiert, sagte Oliver Vietze, denn: "Das einzig Beständige bei uns ist der Wandel." Neben den Entwicklerbüros soll es im Bürogebäude auch Schulungsräume geben. In der Produktionshalle und im Logistikzentrum plane man modernste Technik. So soll eine Reihe computergesteuerter Fräsen die relativ kleinen Produkte des Unternehmens herstellen. Und im Lager soll eine Roboteranlage die Schachteln mit den bestellten Produkten nachts vollautomatisch so sortieren, dass sie in sehr kurzer Zeit versendet werden können.

 

Ein Blick ins künftige Logistikzentrum von Baumer: Eine Roboteranlage soll hier einmal vollautomatisch dafür sorgen, dass die bestellten Produkte sehr schnell das Lager verlassen können, sagt Firmenchef Oliver Vietze. Und: Auch diese Halle ist für die Zukunft geplant und hat Platz für Wachstum. Unter dem Betonboden liegt der Wassertank für die Sprinkleranlage.
Ein Blick ins künftige Logistikzentrum von Baumer: Eine Roboteranlage soll hier einmal vollautomatisch dafür sorgen, dass die bestellten Produkte sehr schnell das Lager verlassen können, sagt Firmenchef Oliver Vietze. Und: Auch diese Halle ist für die Zukunft geplant und hat Platz für Wachstum. Unter dem Betonboden liegt der Wassertank für die Sprinkleranlage. | Bild: Stephan Freißmann
Ein Blick in die Produktionshalle: An dieser Stelle soll einmal eine Reihe von CNC-Fräsen die Produkte der Firma Baumer herstellen. Die Raumhöhe gibt Jörg Parschat, Niederlassungsleiter des Bauunternehmens Goldbeck am Bodensee, mit sechs Metern an. Stützen und Decke seien vor Ort aus Beton gegossen worden, nur die Fassade bestehe aus Fertigteilen, die vorgehängt wurden, so Parschat. Im Gegensatz dazu bestehe das Bürogebäude nur aus Fertigteilen.
Ein Blick in die Produktionshalle: An dieser Stelle soll einmal eine Reihe von CNC-Fräsen die Produkte der Firma Baumer herstellen. Die Raumhöhe gibt Jörg Parschat, Niederlassungsleiter des Bauunternehmens Goldbeck am Bodensee, mit sechs Metern an. Stützen und Decke seien vor Ort aus Beton gegossen worden, nur die Fassade bestehe aus Fertigteilen, die vorgehängt wurden, so Parschat. Im Gegensatz dazu bestehe das Bürogebäude nur aus Fertigteilen. | Bild: Stephan Freißmann
Wo noch die Rigips-Platten liegen, sollen schon bald viele Menschen arbeiten. Damit sie miteinander kommunizieren können, soll es auch viele Begegnungszonen geben - und nur wenige fest installierte Wände, sagt Firmenchef Oliver Vietze. Auch Schulungsräume seien in Stockach geplant, wo man sich noch moderner präsentieren könne als am Stammsitz in Frauenfeld.
Wo noch die Rigips-Platten liegen, sollen schon bald viele Menschen arbeiten. Damit sie miteinander kommunizieren können, soll es auch viele Begegnungszonen geben - und nur wenige fest installierte Wände, sagt Firmenchef Oliver Vietze. Auch Schulungsräume seien in Stockach geplant, wo man sich noch moderner präsentieren könne als am Stammsitz in Frauenfeld. | Bild: Stephan Freißmann
Nina Vuillemin, die mit Matthias Reinbold das Projekt Neubau leitet, beziffert das Investitionsvolumen allein für die Gebäude mit etwa 25 Millionen Euro. Damit sei der Neubau zwischen Stockach und Ludwigshafen auch für die Bodensee-Niederlassung des ausführenden Bauunternehmens Goldbeck das bislang größte Projekt, sagt deren Leiter Jörg Parschat.

Und die Stadtverwaltung? Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz sprach in seinem Grußwort von großer Freude: "Es gibt überall Respekt und Anerkennung für die Leistung, die drinsteckt." Und wenn der Platz knapp werden sollte, kann man sogar noch erweitern.

Das Unternehmen

Die Baumer Gruppe hat ihren Hauptsitz im schweizerischen Frauenfeld und ist nach eigenen Angaben einer der führenden Hersteller von Sensoren, Drehgebern, Messinstrumenten und Komponenten für die automatisierte Bildverarbeitung. Das Unternehmen gibt die Mitarbeiterzahl mit 2400 weltweit an. Baumer ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen. Vorstandsvorsitzender ist seit 2007 Oliver Vietze, der auch Gesellschafter ist. (eph)