Das Stockacher Stadtarchiv soll einen hauptamtlichen Archivar bekommen. Dies hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Derzeit wird das Stadtarchiv von Museumsleiter Johannes Waldschütz in einem Teil seiner Arbeitszeit geleitet. Außerdem gibt es laut der Sitzungsvorlage einen Mitarbeiter auf Minijobbasis. Und Sybille Trefflich sei zwar mit einem Teil ihrer Arbeitszeit im Archiv beschäftigt, erklärt Waldschütz, dabei allerdings speziell für die Digitalisierung des Bildarchivs angestellt.

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Laut der Sitzungsvorlage sprechen drei Punkte für die Schaffung der neuen Stelle. Die Übergabe von Akten ans Stadtarchiv sei „mangelhaft“, es sei bereits zu empfindlichen Verlusten vor allem aus den 1950er-, 1960er- und 1980er-Jahren gekommen. Zweitens lägen Bestände teilweise nicht erfasst in den Regalen. Und drittens sei die digitale Aktenführung eine Herausforderung. Die Stadt werde dafür ein Computerprogramm beschaffen. Hauptamtsleiter Hubert Walk richtete den Blick über die Gemeindegrenze: „Sehr viele andere Städte sind dabei, das auch zu machen.“

Zustimmung aus dem Gemeinderat

Im Gremium erntete Walk viel Zustimmung. Thomas Warndorf (SPD) etwa, der für das Stockacher Narrengericht als Archivar emeritus fungiert, sagte, das Archiv sei das Gedächtnis der Stadt und immer mehr der Stadtteile. Dadurch könne man auch das Stockacher Selbstwertgefühl stärken. Dass Waldschütz inzwischen andere Aufgaben habe, habe man bei der Chagall-Ausstellung gesehen, sagte Wolfgang Reuther (CDU). Wolf-Dieter Karle (Freie Wähler) unterstützte dies. Alle drei stellten die Arbeit im Archiv für das historische Erbe auch in den Kontext eines künftigen Stadtmarketings.

Das historische Erbe Stockachs

Und der so Gelobte? Waldschütz sagte auf Nachfrage, dass nun ein Facharchivar für Alltagsaufgaben gesucht werde. Die Leitung des Archivs und strategische Entscheidungen würden aber in seiner Hand bleiben. Das sei sinnvoll, weil Stadtmuseum und -archiv eng verzahnt seien. Das historische Erbe Stockachs besser zu präsentieren, sei ihm ein Anliegen, der Kulturbereich könne viel zum Stadtmarketing beitragen.