Schreck am Samstagabend: Das Trinkwasser in Wahlwies ist verunreinigt. Die Freiwillige Feuerwehr Stockach warnt auf ihrer Facebook-Seite mit folgendem Text:

"Achtung: Verunreinigtes Trinkwasser in Wahlwies! Leitungswasser muss vor dem Verzehr abgekocht werden. Die Stadtwerke und die Freiwillige Feuerwehr Stockach Abteilung Wahlwies gehen heute Abend von Haus zu Haus, um die Bevölkerung zu informieren. Wer dort Bekannte hat, kann diese Information gerne weiterleiten."


Die Einsatzkräfte verteilten Flugblätter der Stadtwerke Stockach mit den wichtigsten Infos zur Art und den Maßnahmen gegen die aktuelle Verunreinigung. Darauf heißt es, dass es eine "bakterielle Verunreinigung" sei. Es habe Anfang der Woche eine Routinekontrolle gegeben, bei der noch keine Notwendigkeit bestanden habe, das Trinkwasser abzukochen. "Die heute vorliegenden Laborergebnisse veranlassen das Gesundheitsamt zur Aussprache des Abkochgebotes", besagt das Papier mit dem Datum vom Samstag weiter.

Die Anweisungen des Gesundheitsamtes sind: Nur abgekochtes Wasser trinken und es einmalig sprudelnd aufkochen und dann über mindestens zehn Minuten abkühlen lassen. Das Amt empfiehlt dazu "aus praktischen Gründen" einen Wasserkocher. Die Bürger sollen zum Zähneputzen, Essen machen oder reinigen offener Wunden ausschließlich abgekochtes Leitungswasser verwenden. Beim Duschen, Baden und in der Toilettenspülung könne Leitungswasser "ohne Einschränkungen" genutzt werden.

Weiter kündigen die Stadtwerke Stockach auf dem Flyer eine Chlorung des Leitungsnetzes an. "Der in der Trinkwasserverordnung genannte Grenzwert wird dabei eingehalten." Das Chlor sei unbedenklich, nur für Aquarien sei das Wasser nicht geeignet. "Derzeit erfolgt die Ursachenabklärung für die Verunreinigung", schreiben die Stadtwerke weiter. Es ist also noch nicht bekannt, wie die Verunreingung entstanden ist.

Laut Steffanie Hornstein von den Stadtwerken bekommen alle Haushalte die Hanszettel mit den Informationen. Neuralgische Punkte wie das Pestalozzi Kinderdorf, den Campingplatz und Gasthäuser seien direkt informiert worden. "Unsere Mitarbeiter versuchen, jeden Haushalt persönlich zu erreichen." Sie fasste in einer Mitteilung an die Lokalredaktion zusammen, dass die auf dem Flugblatt genante Routineuntersuchung am Hochbehälter in Wahlwies gewesen sei. "Das Ergebnis aus dieser Beprobung war nicht zu 100 Prozent mikrobiologisch einwandfrei, es gab aber in Absprache mit dem Gesundheitsamt keine Notwendigkeit für ein Abkochgebot, da die Bewertung der vorliegenden Ergebnisse keinen Anlass dafür gaben", so Hornstein. Im Laufe der Woche seien zur Kontrolle an mehreren Stellen der Trinkwasserversorgung von Wahlwies Nachproben entnommen worden. Das Laborergebnis, das am Samstagnachmittag eingetroffen sei, habe zur Folge gehabt, "dass das Gesundheitsamt ein Abkochgebot für den Ortsteil Wahlwies ausgesprochen hat". In einer Nachprobe sei eine sehr geringe Menge von E.coli Bakterien durch das Labor nachgewiesen. Der Grenzwert liege bei 0 pro 100 ml. Somit schlägt schon die geringste Menge Alarm, wie auch Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Fürst am Telefon erklärte.

Fürst und seine Mitarbeiter sind seit dem Bekanntwerden der Testergebnisse am Samstagnachmittag mit dem Gesundheitsamt, Bürgermeister Rainer Stolz sowie Ortsvorsteher Udo Pelkner in Kontakt und habe alle nötigen Maßnahmen in die Wege geleitet. Die Reinigung des Hochbehälters laufe und es würden weitere Proben genommen. Erst wenn alle Folgeproben unbedenklich seien, werde das Abkochgebot aufgehoben. Dies könne noch ein paar Tage dauern.

"Ein großes Lob an die Feuerwehr", sagte er. Die Einsatzkräfte seien sofort zur Stelle gewesen, um den sieben bis acht Stadtwerke-Mitarbeitern, die Flugblätter verteilt haben, zu unterstützen. "Es war uns wichtig, gleich die Bürger zu informieren." Es sei entweder geklingelt oder der Handzettel an die Tür geklebt worden, damit jeder ihn beim Heimkommen sehe.