Die Besucher des letzten Konzertes der achten Stockacher internationalen Orgelkonzertreihe erlebten einen außergewöhnlichen Abend im Pallottiheim: Zu den barocken Klängen von Giovanni Zordan an der Barockgeige und Zeno Bianchini an Cembalo und Orgel tanzten 16 Mädchen der Ballettschule Benas & Partner. Als dann die Musiker, die beide aus Verona stammen, noch historische Perücken aufsetzten, war das Gefühl der Zeitreise ins 17. Jahrhundert nahezu perfekt.

Giovanni Zordan mit seiner Barockgeige und Zeno Bianchini an Cembalo und Orgel begeistern das bunt gemischte Publikum beim letzten Orgelkonzert des Jahres mit barocken Klängen – stilecht und augenzwinkernd mit barocken Perücken ausstaffiert.
Giovanni Zordan mit seiner Barockgeige und Zeno Bianchini an Cembalo und Orgel begeistern das bunt gemischte Publikum beim letzten Orgelkonzert des Jahres mit barocken Klängen – stilecht und augenzwinkernd mit barocken Perücken ausstaffiert. | Bild: Claudia Ladwig

Die Leiterin der Ballettschule, Katja Benas, erzählte, knapp sechs Wochen hätten die Tänzerinnen zur Musik einer CD geübt. Der Auftritt zu Live-Musik sei für die Mädchen eine ganz besondere Erfahrung.

Im Saal des Pallottiheims ging es fast zu wie bei einem Ball am Königshof: Geradezu majestetisch bewegten sich die jungen Schülerinnen der Ballettschule Benas & Partner zu den barocken Klängen über die Bühne.
Im Saal des Pallottiheims ging es fast zu wie bei einem Ball am Königshof: Geradezu majestetisch bewegten sich die jungen Schülerinnen der Ballettschule Benas & Partner zu den barocken Klängen über die Bühne. | Bild: Claudia Ladwig

Schon unter König Ludwig XIV., dem sogenannten Sonnenkönig, habe es höfische Tänze gegeben, bei denen die Anmut das Wichtigste gewesen sei. „Frauen durften damals nur im Ballsaal tanzen, Ballett war den Männern vorbehalten“, erklärte sie.

Auch für die Schülerinnen der Ballettschule Benas & Partner waren die barocken Tänze eine völlig neue Form des Tanzens. Sie fanden diese Erfahrung schön und meisterten die Herausforderung nach nur wenigen Trainingswochen sehr gut.
Auch für die Schülerinnen der Ballettschule Benas & Partner waren die barocken Tänze eine völlig neue Form des Tanzens. Sie fanden diese Erfahrung schön und meisterten die Herausforderung nach nur wenigen Trainingswochen sehr gut. | Bild: Claudia Ladwig

In der Romantik eroberten die Primaballerinen die Bühne, Männer hatten nur kleine Rollen inne. „Dabei beinhaltet der klassische Tanz etwa sehr Kraftvolles, Männliches und obendrein Anmutiges“, sagte Benas. Mit dieser Anmut tanzten die dezent geschminkten Mädchen in wunderschönen, historisch angehauchten Kostümen über die Bühne.

Am Ende war die Freude groß: Alles hatte funktioniert, das Konzept, die barocken Tänze deutscher, französischer und italienischer Komponisten auch optisch darzustellen, war aufgegangen. Neben Giovanni Zordan (links) und Zeno Bianchini freuten sich die Tänzerinnen und ihre Lehrerinnen Irina Benas-Georgopoulos, Gisella Benas und Katja Benas (von links).
Am Ende war die Freude groß: Alles hatte funktioniert, das Konzept, die barocken Tänze deutscher, französischer und italienischer Komponisten auch optisch darzustellen, war aufgegangen. Neben Giovanni Zordan (links) und Zeno Bianchini freuten sich die Tänzerinnen und ihre Lehrerinnen Irina Benas-Georgopoulos, Gisella Benas und Katja Benas (von links). | Bild: Claudia Ladwig

Den Gästen, darunter viele Eltern und Geschwister der Tänzerinnen, gefiel der Auftritt. Das sei mal eine ganz andere Art zu tanzen und schön für die Mädchen, dass sie das kennenlernen dürften, äußerte eine Mutter. Auch die eigens angereisten Eltern und die Schwester von Zeno Bianchini genossen das Konzert mit dem hervorragenden Duo Zordan-Bianchini.

Giovanni Zordan mit seiner Barockgeige und Zeno Bianchini an Cembalo und Orgel begeisterten das bunt gemischte Publikum beim letzten Orgelkonzert des Jahres mit barocken Klängen.
Giovanni Zordan mit seiner Barockgeige und Zeno Bianchini an Cembalo und Orgel begeisterten das bunt gemischte Publikum beim letzten Orgelkonzert des Jahres mit barocken Klängen. | Bild: Claudia Ladwig

Der Applaus war groß – auch, als Zeno Bianchini am Ende seine Intention für diesen ungewöhnlichen Konzertabend erläuterte: „Warum soll man die Tänze nur spielen? Sie sind dazu da, getanzt zu werden.“