Bereits zum vierten Mal war Simon Weiland bei Bücher am Markt (BaM). Und schafft es jedes mal sein Publikum aufs Neue in den Bann zu ziehen. Dieses mal verband er unter dem Titel „Vom Fischer und keiner Frau“ das Märchen mit Musik und Theater wieder einmal zu Gesellschaftskritik, die Herz und Verstand trifft.

Wie alle Künstler, die bei Bücher am Markt auftreten, hat auch er seine Buchempfehlung eingetragen: Claus Caspers, Inneres statt äußeres Wachstum. Dieser war zuvor bei Bücher am Markt zu Gast gewesen und Simon Weiland lauschte ihm.

Nun fand sich Claus Caspers bei ihm im Publikum. Interessant war für diejenigen unter den Zuhörer, die an beiden Abenden waren, wie unterschiedlich man an das Thema vom inneren und äußeren Wachstum herangehen kann.

Simon Weiland macht den Abend zu einem Ein-Mann-Musiktheater.
Simon Weiland macht den Abend zu einem Ein-Mann-Musiktheater.

Mit dreimal „A“ umfasst Simon Weiland sein Musiktheater. Armes Theater – denn er verzichtet bewusst auf Requisiten und Technik. Passend zu diesem Abend – weniger ist mehr. Was Simon Weiland aber auszeichnet, ist das zweite A – Assoziatives Theater. Einzigartig ist sein Umgang mit der deutschen Sprache. Er spielt mit mehrdeutigen Wörtern und Redewendungen.

So wurden Arme, die man einander reicht, zu Armeen, die die Reichweite der Arme der Herrscher verlängern. Vom Soldaten blieben nach Ende der digitalen Herrschaft: Soll und Daten.

Zuhörer sind beeindruckt

Begeistert hat die Zuschauer aber auch das Antike Theater. Denn Simon Weiland verkörperte seine Rollen. Mit ausdrucksstarker Mimik und Körpersprache sowie unterschiedlichen Stimmlagen schaffte er es, als alleiniger Schauspieler und Musiker verschiedenen Akteuren und Ideologien ein fassbares Antlitz zu geben.

Dabei folgten ihm die Zuschauer so gebannt, dass man sogar auf dem Teppichboden eine Stecknadel hätte fallen hören können. Damit ist Simon Weiland ein ganz besonderes Mitglied der BaM-Familie, die stetig wächst. Statt Eintritt gibt es eine Hutsammlung: Jeder gibt, was ihm der Abend wert war, sodass alle an Kultur teilhaben können.