Mit vier Sätzen voll unbeschreiblicher Anmut startete das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim im Festsaal des Pestalozzi Kinder- und Jugenddorfs in die neue Saison der Stockacher Meisterkonzert. Dirigent war Georg Mais, der auch Organisator der Reihe ist. Wolfgang Amadeus Mozarts Kleine Nachtmusik hatte das mit Inspiration spritzig und vergnügt gestaltete Programm eröffnet. Heiter, transparent und ausgewogen im Zusammenspiel, zauberten die sieben Violinen, drei Bratschen, zwei Celli samt Kontrabass entspannte Glückseligkeit auf so manches Gesicht bei den rund 160 Zuhörern. Schön war, wie beim lebendigen Rede- und Antwort-Spiel im dritten Satz die tiefen Streicher auf den Saiten tanzten.

Meisterhaftes aus dem Barock blies als Solist auf der hoch gestimmten Piccolo-Trompete (Bachtrompete) der aus Ungarn stammende junge Virtuose Martin Dajka. Strahlkraft, Wärme und Gestaltungsfreude prägten sein Spiel. Im dreisätzigen Concerto B-Dur von Tomaso Albinoni (1687-1750) ließ er mit langem Atem das Adagio in die leider etwas trockene Akustik schweben. Dabei bewies der junge, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Virtuose ein gutes Ohr für sich selbst und für das begleitende Kammerorchester.

Ganz anders im Duktus dann das zur inneren Versenkung einladende d-Moll-Concerto von Albinonis Zeitgenossen Alessandro Marcello. Das im Original für Oboe komponierte Werk verdankt seine Popularität der Cembalo-Bearbeitung durch Johann Sebastian Bach. Innig beseelt war nach klarem Ritornell auch hier das von einer spannungsvollen Kantilene dominierte Adagio. Wunderschön, wie hier die Geigen ihr silbrig funkelndes Tongespinst unter dem Glanz der Trompete webten. Nach der Pause, ausgefüllt mit Schwätzchen und Knabbereien aus der kinderdörflichen Ausbildungs-Hauswirtschaft, gab es die zwölfte Streichersinfonie des damals zwischen 12 und 14 Jahre alten Felix Mendelssohn-Bartholdy zu hören. Großem Beifall folgten zwei Mozartsche Zugaben.