Eine kurze Bewegung vom Dirigenten Thorsten Leonhard und schon tanzen die Bögen vom neu gegründeten Streicherensemble der Waldorfschule leichtfüßig über Saiten, getragen von sanftem Continuo. Sie wandeln flotte Jauchzer in Seufzer und zurück.

Das Gesangsensemble Voices of Invention der Waldorfschule beim Auftritt in Wahlwies. Es bescherte zusammen mit dem neuen Streichorchester ein fulminantes Konzert. Bild: Rieger
Das Gesangsensemble Voices of Invention der Waldorfschule beim Auftritt in Wahlwies. Es bescherte zusammen mit dem neuen Streichorchester ein fulminantes Konzert. | Bild: Rieger

14 Violinen und Violen, drei Celli und ein Cembalo bilden die aus einer Elterninitiative heraus entstandene Formation "Das Orchester", die unter dem Motto "Lebendiger Barock" mit bekannten Werken von Antonio Vivaldi, Christoph Willibald Gluck und Georg Friedrich Händel ihre umjubelte Premiere feierte: Federnd, fröhlich und in strahlender Musizierlust. "Erstaunlich, dass so ein perfektes Konzert in Wahlwies stattfindet", sagte Helmut Steyer. "Hier wurde so wunderschön beseelt gesungen und musiziert", schwärmte die Profi-Sängerin Anuschka Schoepke aus Markdorf.

Neues Orchester, neuer Chor

Ebenfalls aus dem Fundus musikbegeisterter Lehrer, Eltern und Oberstufenschüler geschöpft war das vor knapp einem Monat neu gegründete Gesangsensemble "Voices of Invention", das unter der Leitung von Dieter Barck bewegend schön gesungene englische Madrigale und Bearbeitungen des zeitgenössischen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo beisteuerte.

Johannes Eckmann (links) und Thorsten Leonhard als brillante Solo-Geiger in Aktion. Bild: Rieger
Johannes Eckmann (links) und Thorsten Leonhard als brillante Solo-Geiger in Aktion. | Bild: Rieger

Der Ansturm auf dieses wunderschöne Doppel-Premiere-Konzert war unerwartet groß. "Da singt doch auch unser Dirigent Dieter Barck" erklärte die Turnerfrau Beate Schmitt die Präsenz fast des gesamten Wahlwieser Liederkranzes. Obwohl weitere Stühle angeschleppt wurden, reichten die Sitzgelegenheiten nicht aus, und eine ganze Reihe von Zuhörern arrangierte sich froh gestimmt mit Stehplätzen.

Sängerinnen des Ensembles Voices of Invention. Bild: Rieger
Sängerinnen des Ensembles Voices of Invention. | Bild: Rieger

"Wer rechnet denn mit so etwas", staunte Thorsten Leonhard, der sich als versierter Geiger über seine musikalische Leitung hinaus an exponierten Stellen den Part der Soloviolinen mit Johannes Eckmann teilte. Wie aus einem Guss spielten die beiden Geigenvirtuosen Telemanns D-Dur-Sonate für zwei Violinen.

Besucher sind des Lobes voll

Dass alle Akteure miteinander in ansteckend herzenswarmer Harmonie miteinander verbunden sind, war zum Abschluss auch in der galant interpretierten und transparent gespielten G-Dur-Sinfonie von Christoph Willibald Gluck zu spüren.

Das Orchester holt sich verdienten Applaus ab. Bild: Rieger
Das Orchester holt sich verdienten Applaus ab. | Bild: Rieger

Ihren riesigen, schier nicht enden wollenden Applaus quittierte "Das Orchester" mit einer erquicklich schön gespielten Zugabe. "Unglaublich. Das war Musik, die aus dem Herzen kam", hörte man schwärmen. Beeindruckt äußerte sich auch Cornelia Renner. "Das war wundervoll", strahlte sie, "ich bin so froh, dass wir den Weg durch den Schnee zu dieser wunderschönen Doppel-Premiere bewältigt haben."