Es ist wieder Musical-Zeit. In der Aula des Nellenburg-Gymnasiums eröffnet das Orchester geheimnisvoll das Stück „The Pirate Queen“. Dann nimmt die Musik Fahrt auf und führt direkt an die Clew Bay in Irland im Jahr 1558. Grace O’Mailey, Tochter des irischen Clanführers und Piratenkönigs Dubdhara, will mit zur See fahren. Weil Frauen an Bord angeblich Unglück bringen, wird es ihr verboten. Als Junge verkleidet geht sie doch aufs Schiff, rettet ihrem Vater das Leben, als Engländer sie angreifen. Der Vater ernennt sie zur Piratenkönigin. Ihr Leben ändert sich, als ihr Clan sich mit einem anderen Clan gegen England verbünden will. Denn dafür muss sie den Sohn des Clanchefs heiraten, der sie in ihre Schranken weisen will. In einem emotionalen Duett gestehen sich Grace und ihr Geliebter Tiernan zuvor ihre Liebe. Dann gehört die Aufmerksamkeit des Publikums der Königin. Mit barocken Spinett-Klängen wird sie angekündigt. Sie fordert ihre Getreuen auf, die Irin und ihr wachsendes Gefolge zu besiegen. Es gelingt schließlich, Grace zu fassen. Sie wird von ihrem Sohn getrennt und ins Gefängnis gebracht. Nach sieben Jahren kommt sie frei, weil Tiernan für sie in Gefangenschaft geht. Die Königin bittet Grace zum Gespräch: „Was in sieben Jahren nicht gelungen ist, haben wir in wenigen Stunden geschafft“, sagt die Königin und schenkt Grace, Tiernan und Irland die Freiheit. Unter irischen Tanzklängen versammeln sich alle auf der Bühne. Bravorufe kommen vom Premieren-Publikum, das die Sitzplätze in der Aula nicht ganz ausfüllt.

Trauungszeremonie aus rein strategischen Gründen: Grace (im roten Kleid) heiratet den Sohn des anderen irischen Clan-Chefs, obwohl sie einen anderen Mann liebt. Bild: Claudia Ladwig
Trauungszeremonie aus rein strategischen Gründen: Grace (im roten Kleid) heiratet den Sohn des anderen irischen Clan-Chefs, obwohl sie einen anderen Mann liebt. Bild: Claudia Ladwig

Georg Zander, der bei der Premiere Dubdhara, spielt, schwärmt: „Ich finde das Stück echt toll. Es ist eins der besten der letzten Jahre. Ich mag die unterschiedlichen Melodien. Die Musik reißt einen mit.“ Auch Justus Ratzke sagt: „Es macht Spaß. Ich habe sechs Figuren gespielt und musste mich schnell umziehen.“ Lehrerin Miriam Sauer, die mit Lisa Karrer und Michael Koger für die Choreografie zuständig ist, bezeichnet das Musical als schwierig. Die versetzten Einsätze und der ernste Inhalt fast ohne fröhliche Szenen seien eine große Herausforderung, die die Schüler wunderbar meisterten. Auch Lehrer Stefan Gräsle, der das 15-köpfige Orchester leitet, zeigt sich nach dem ersten Abend sehr zufrieden. „Es waren sehr intensive Proben. Wir hatten noch nie so viele musikalisch heikle Übergänge. Das haben sie echt toll gemacht.“ Die Musiker sind bunt gemischt: Schüler der sechsten bis neunten Klasse spielen zusammen mit ehemaligen Schülern und Lehrern. Auch Gräsles Frau Ulrike ist dabei – und seine drei Töchter.

Tiernan (Maxim Dinort) und Grace (Johanna Zander) gestehen sich ihre Liebe und schwören sich lebenslange Treue. Bild: Claudia Ladwig
Tiernan (Maxim Dinort) und Grace (Johanna Zander) gestehen sich ihre Liebe und schwören sich lebenslange Treue. Bild: Claudia Ladwig

Hanneli Schott sitzt ganz vorne. Die ehemalige Lehrerin hat in ihrer aktiven Zeit oft Regie geführt. Sie lobt: „Es ist wunderbar, ich bin wirklich beeindruckt. Das Bühnenbild mit dem vorgezogenen Schiff gefällt mir sehr. Sie singen hervorragend und spielen schön.“ Auch Regisseurin Martina Hartmann ist glücklich. „Das ist eine Wahnsinns-Leistung. Ich bin begeistert, mit welcher Leidenschaft sich die Darsteller in die Rollen stürzen. Es macht mir unglaublich viel Spaß, ihnen zuzuschauen.“

Weitere Aufführungen finden statt am 13. März um 19 Uhr, 17. März um 15 Uhr und 18. März um 17 Uhr. Erwachsene zahlen sieben, Schüler drei Euro Eintritt

Grace (rechts) steht zu ihrem Wunsch, als Piraten zur See zu fahren. Am Ende setzt sie sich durch und wird Piratenkönigin. Bild: Claudia Ladwig
Grace (rechts) steht zu ihrem Wunsch, als Piraten zur See zu fahren. Am Ende setzt sie sich durch und wird Piratenkönigin. Bild: Claudia Ladwig

Die Darsteller

Die Personen hinter den Rollen: Grace: Patricia Scheyda, Johanna Zander, Sarah Schatz; Tiernan: Kilian Baltrusch, Maxim Dinort, Jonas Wegis; Donal: Mathias Dreßen, Tim Rossatti, Finn Trinkner; Dubdhara: Samuel Schatz, Constantin Hirschle, Georg Zander; O'Flaherty: Justus Ratzke, Cedrik Mussmann; Evleen: Sarah Aust, Annelie Fellhauer; Majella: Sabrina Senf, Elise Fellhauer; Barmädchen: Coralie Wallrabe, Rosalie Stanulla; Eine Frau: Antonia Zander, Livia Ring; Eoghan: Jukka Müller; Queen Elisabeth: Lea Schmidt, Estelle Wallrabe, Jessica Minch; Lord Bingham: Tobias Eschbach, Mathis Schuller, Johannes Brecht, Hofdamen: Tabea Ristow, Elise Fellhauer, Antonia Zander, Livia Ring, Regie: Martina Hartmann und Michael Koger. (wig)