Geminderte Kassenabrechnungen treiben derzeit den Verantwortlichen beim Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) die Sorgenfalten auf die Stirn – für das Stockacher Krankenhaus sind sie indes kein Thema, sagt dessen Geschäftsführer Berthold Restle. Denn die problematischen Abrechnungen würden sich auf Krankheitsbilder beziehen, die in Stockach nicht behandelt werden, so Restle. Laut seiner Erklärung beziehen sich die strittigen Fälle nämlich auf die geriatrische Komplexbehandlung und die Schlaganfallbehandlung. Beides werde vom Krankenhaus Stockach nicht angeboten.

Im Hintergrund der geminderten Kassenabrechnungen stünden Entscheidungen des Bundessozialgerichts, erklärt Restle. Aufgrund derer hätten Krankenkassen alte Fälle überprüft und teilweise als strittig eingestuft. Der Schluss liegt daher nahe, dass die Kassen frühere Zahlungen nun im Nachhinein senken wollten. Nach der Verkürzung der Verjährungsfrist durch die Politik im November hätten die Krankenkassen dann zahlreiche Klagen eingereicht, was den Beginn der Verjährung aufschiebe, so Restle. Und durch die Verrechnung mit den neuen und nicht strittigen Zahlungen sichern sich die Kassen außerdem ein Faustpfand für Verhandlungen über die umstrittenen Forderungen. Diese Praxis der Verrechnung sei juristisch gesehen erlaubt, sagt Restle. Beim GLKN führte diese Vorgehensweise der Kassen allerdings zu Finanzengpässen, weshalb der Kreistag kürzlich sogar einen Zuschuss für den GLKN von fünf Millionen Euro beschlossen hat.