Eltern von Schulkindern kennen das Problem: Der Nachwuchs hat Ferien, doch die eigenen Urlaubstage reichen nicht aus, um die Kinder in dieser Zeit selbst zu betreuen. Auch die Möglichkeiten, Kinderbetreuung anderweitig, zum Beispiel über Großeltern, zu organisieren, sind bei vielen Familien begrenzt. Daher will die Stadt Stockach nun ihr Angebot ausweiten. Dies hat der Hauptausschuss des Stockacher Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Die neuen Betreuungsmöglichkeiten soll es ab diesem Schuljahr geben.

Konkret geht es dabei zunächst um zwei weitere Wochen, in denen Eltern von Grundschülern ihre Kinder betreuen lassen können, einmal in den Oster- und einmal in den Pfingstferien. Diese kommen zum Angebot in den Sommerferien hinzu. Im Sommer gibt es schon länger die Ferien-Aktiv-Woche der Stadtjugendpflege, die laut der Sitzungsvorlage bereits seit Jahren immer wieder ausgebucht ist. Außerdem gab es 2018 eine weitere Betreuungswoche im Sommer, die laut der Sitzungsvorlage ebenfalls gut besucht war. Die Ferienbetreuung ist, anders als der städtische Schülerhort, darauf ausgerichtet, kurzzeitige Engpässe bei der Kinderbetreuung auszugleichen.

Dass Eltern sich mehr Kinderbetreuung in den Schulferien wünschen, sei schon konkret an die Verwaltung herangetragen worden, erklärte Hauptamtsleiter Hubert Walk, in dessen Zuständigkeit die Kinderbetreuung fällt: "Seit einigen Jahren wurde das von Eltern als Bedarf artikuliert." Und er schob hinterher: "Das hätten wir gerne schon früher gemacht, aber man findet die Fachkräfte nicht." Nun habe man eine gute Lösung gefunden mit Kräften, die schon lange an Schultagen in der Betreuung an Grundschulen arbeiten.

"Das ist ein weiterer wichtiger Baustein bei der Kinderbetreuung." Jürgen Kragler, CDU
"Das ist ein weiterer wichtiger Baustein bei der Kinderbetreuung." Jürgen Kragler, CDU | Bild: Norbert Schild

Beim städtischen Angebot der drei Betreuungswochen, die im nächsten Jahr in den Oster-, Pfingst- und Sommerferien stattfinden sollen, können Eltern ihre Kinder auch nur tageweise betreuen lassen und müssen nicht die ganze Woche buchen (siehe auch Kasten). "Wir sind da sehr flexibel, sonst muss man gar nicht antreten", sagte Hauptamtsleiter Walk dazu in der Sitzung. Nun wolle die Stadtverwaltung erst einmal testen, wie groß der Bedarf außerhalb der Sommerferien überhaupt ist. Je nach den Erfahrungen aus der Praxis soll das Angebot später angepasst werde, heißt es in der Vorlage.

"Das ist schon lange ein Anliegen, das an die Schulen herangetragen wurde." Wolf-Dieter Karle, Freie Wähler
"Das ist schon lange ein Anliegen, das an die Schulen herangetragen wurde." Wolf-Dieter Karle, Freie Wähler | Bild: Bäuerle, David

Der Vorschlag der Verwaltung traf im Gremium auf einhellige Zustimmung. "Das ist ein weiterer wichtiger Baustein bei der Kinderbetreuung", sagte etwa Jürgen Kragler (CDU) zu dem neuen Angebot. Und Wolf-Dieter Karle (Freie Wähler), ehemals Leiter der früheren Grund- und Werkrealschule Stockach, berichtete: "Das ist schon lange ein Anliegen, das an die Schulen herangetragen wurde." In Zusammenarbeit der Schulen mit der Stadt könne man viel Positives erreichen. Bürgermeister Rainer Stolz erinnerte allerdings daran, dass es sich bei diesem Angebot nicht um eine Pflichtaufgabe der Kommune handle: "Das Angebot machen wir, solange wir es uns leisten können." Denn kostendeckend werden die Elternbeiträge nicht sein, selbst wenn alle Plätze immer belegt sein sollten – auch darauf verweist die Sitzungsvorlage.