Eltern von Kindergartenkindern müssen sich auf steigende Beiträge für die Betreuung des Nachwuchses einstellen – zumindest wenn der Plan, den die Stadtverwaltung nun vorgelegt hat, im Februar vom Gemeinderat endgültig beschlossen wird. Bis dahin werde die Verwaltung in Anhörungen mit den freien Trägern und dem Gesamtelternbeirat gehen, erklärte Hubert Walk, Hauptamtsleiter und für die Kinderbetreuung zuständig, in der Sitzung. Den Vorschlag der Verwaltung hat der Gemeinderat mit einer Gegenstimme beschlossen.

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Laut diesem Vorschlag steigen die Beiträge im September 2020 wieder an. In den vergangenen 20 Jahren habe man sich an der Verbändeempfehlung für die Erhöhung orientiert, sagte Walk. Und dabei ging es in der Regel in jährlichen Schritten nach oben. Nachdem erst im April dieses Jahres ein neues Modell für die Kindergartenbeiträge eingeführt wurde, seien die freien Träger der Kinderbetreuung dafür gewesen, nicht gleich wieder die Beiträge zu erhöhen, so Walk. Der Umstieg vom badischen auf das württembergische Modell der Ermäßigungsberechnung bei den Kindergartenbeiträgen hatte heftige Diskussionen hervorgerufen.

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Beiträge sollen im September 2020 um vier Prozent steigen, ein Jahr später um weitere drei Prozent

Konkret sieht der Plan nun vor, die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung im September 2020 um vier Prozent anzuheben und ein Jahr darauf um weitere drei Prozent. Die Beiträge würden für eine Familie mit einem über dreijährigen Kind im nächsten Jahr auf 148 Euro pro Monat bei sechs Stunden verlängerter Öffnungszeit steigen. 324 Euro monatlich kostet es eine Ein-Kind-Familie, ihr Kind ganztags im Kindergarten betreuen zu lassen (inklusive Mittagessen). Bei Kleinkindern steigen die Beiträge für die gleiche Betreuungszeit und Familienkonstellation auf 333,50 Euro beziehungsweise 646 Euro monatlich an. Zum Beschluss gehört auch, dass der Elternbeitrag zum Mittagessen steigt, und zwar von derzeit 60 Euro monatlich auf 66 Euro (September 2020) und 70 Euro (September 2021). In der Umgebung sei das Mittagessen bereits jetzt teurer, sagte Walk.

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Nur Jürgen Kragler (CDU) stimmt dagegen

Der Verwaltungsvorschlag erntete breite Zustimmung im Gremium. So gab Wolfgang Reuther (CDU) zwar zu, dass die Beträge hoch seien. Doch er verwies auch auf den Kostendeckungsgrad von weniger als 20 Prozent. Dieser habe zuletzt bei etwa 16 Prozent gelegen, sagte Kämmerer Bernhard Keßler auf Anfrage von Doris Rath (Grüne). Wolf-Dieter Karle (Freie Wähler) wies auf den hohen Standard der Kinderbetreuung in Stockach hin. Auch Joachim Kramer und Thomas Warndorf (beide SPD) signalisierten Zustimmung. Nur Jürgen Kragler (CDU) stimmte gegen den Vorschlag und wünschte eine maßvollere Erhöhung. Vor allem für Familien mit einem Kind seien die Beiträge mit dem Modellwechsel stark gestiegen. Zudem seien Kinder kein Privatvergnügen, sondern gesamtgesellschaftliche Verantwortung.