Stockach - Die Preise für Holz sind in den vergangenen Monaten auf teils schwindelerregende Höhen gestiegen. Sehr zum Leidwesen vieler Handwerker und Häuslebauer (der SÜDKURIER berichtete). Einer, den diese Entwicklung aber freut ist Joachim Wingbermühle, der Leiter des Forstreviers Stockach, denn dank dieser Entwicklung kann der Forstwirtschaftsplan der Stadt für das laufende Jahr doch noch positiv abgeschlossen werden.

Vor einigen Monaten sah es noch ganz anders aus: „Letztes Jahr musste ich erstmals einen Forstwirtschaftsplan mit negativem Ergebnis aufstellen“ berichtete Wingbermühle in der jüngste Sitzung des Hauptausschusses des Stockacher Gemeinderats.

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Für 2021 hatte Wingbermühle mit einem Minus von rund 60.000 Euro gerechnet. Dass der Forstentwicklungsplan knapp 100.000 Euro besser abgeschlossen werden kann als geplant, sei aber nicht nur den hohen Holzpreisen geschuldet, sondern liege auch am Wetter.

Die Forst-Fachleute Joachim Wingbermühle (links) und Winfried Dureijka berichten regelmäßig in den Gemeinderäten im Stockacher Raum über ...
Die Forst-Fachleute Joachim Wingbermühle (links) und Winfried Dureijka berichten regelmäßig in den Gemeinderäten im Stockacher Raum über die Lage im Wald. Als sie 2020 im Mühlinger Gemeinderat Bericht erstatteten entstand dieses Bild. Archivbild: Doris Eichkorn

Der viele Regen habe dazu beigetragen, dass sich der Stockacher Stadtwald nach den Strapazen der vergangenen Jahre wieder etwas erholen konnte, machte Wingbermühle im Ausschuss deutlich. Aktuell liege der Einnahmenüberschuss aus der Forstbewirtschaftung bei 46.000 Euro. Einiges an Holz werde aber noch eingeschlagen.

Auch in Sachen Aufforstung hat sich 2021 einiges getan. 2.500 Pflanzen sind neu dazu gekommen im Stadtwald. Das bedeutete aber auch hohe Aufwendungen für die Pflege. „Der Regen hat die Vegetation beflügelt“, sagt Wingbermühle. Für nächstes Jahr sieht der Plan 7.500 Neupflanzungen vor. Gepflanzt würden bevorzugt Douglasien, Lärchen und Fichten.

Das ist auch wichtig, denn „Holz wird weiterhin knapp bleiben und damit gut bezahlt“, sagt Wilfried Durejka vom Kreisforstamt in der Sitzung des Hauptausschusses. Dementsprechend sind die Aussichten für den Forstwirtschaftsplan 2022 auch wieder etwas erfreulicher. Zum jetzigen Zeitpunkt rechnet Joachim Wingbermühle für das kommende Jahr mit einem Überschuss von 57.000 Euro.