Ein stattlicher, hoch gewachsener Mann, freundlich und zuvorkommend, mit viel Herz für seine Mitarbeiter und Angestellten. So wird Friedrich Schleith von seinen Mitmenschen beschrieben. Jetzt verstarb der erfolgreiche Bauunternehmer im Alter von 94 Jahren in seinem Zuhause am Waldshuter Sonnenrain. „Nach einem langen, erfüllten Leben durfte er friedlich einschlafen“, so hieß es im Nachruf seiner Angehörigen. Die von ihm früher geleitete Baugesellschaft hat eine Niederlassung in Steißlingen und betreibt ein Kalksteinwerk in Eigeltingen. Hauptsitz des Unternehmens ist in Waldshut.

Seine ehemaligen Mitarbeiter drückten ihre Wertschätzung aus. „Mit Dankbarkeit und Hochachtung nehmen wir Abschied von einem besonderen Menschen“, hieß es im Nachruf, der von der Geschäftsleitung, Mitarbeitern und Rentnern verfasst wurde. Sein Sohn Claus Schleith, der seine Nachfolge angetreten hat, sagte: „Er hatte immer ein Herz für seine Mitarbeiter und Mitmenschen“, für seinen Vater habe der Leitsatz gegolten ‚Gemeinwohl geht vor Eigennutz‘.

Friedrich Schleith wurde am 1. Mai 1927 in Waldshut geboren. Mit 17 Jahren wurde er zur Wehrmacht eingezogen und an die Front geschickt. Dabei geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Erst 1946 kehrte er in seine Heimat zurück. 1952 stieg er in die Baubranche ein und gründete ein Baggerunternehmen. Zuvor betrieben seine Eltern eine Sägerei in Waldshut und eine Kiesgrube in Kadelburg. Mit seinem Bruder Karl entwickelte er die Firma Schleith zum Unternehmen für den Bau von Großprojekten mit Kompetenzen im Tiefbau, Straßenbau und Ingenieurbau.

1952 heiratete er Lilly Maier aus Kadelburg. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, Friedrich, Axel und Claus. Seine Frau starb 2018, ebenfalls im Alter von 94 Jahren. Daneben engagierte sich Friedrich Schleith in vielfältiger Weise. Er war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und der Arbeiterwohlfahrt, er war aktiv bei der Pflege der Städtepartnerschaft mit Blois dabei, er engagierte sich in der Baugewerks-Innung, bei der AOK, im Verwaltungsrat des Matthias-Claudius-Hauses und im Gemeinderat. Von 1971 bis 1984 gehörte er als Mitglied der FDP dem Waldshuter Kreistag an.

„Mit Friedrich Schleith verliert unser Landkreis einen verdienten, erfahrenen und überaus engagierten Kommunalpolitiker, der sich kraftvoll für seine Heimat einsetzte“, schrieb der Waldshuter Landrat Martin Kistler in seinem Nachruf. Sein Wirken im Kreistag wurde mit der Medaille des Landkreises in Silber gewürdigt. In seiner Freizeit entspannte sich Friedrich Schleith beim Angeln. Auch in seinen letzten Jahren war er immer für den Betrieb da. Er holte täglich die Post ab und nutzte jede Gelegenheit, mit seinen ehemaligen Mitarbeitern zu sprechen.