Die Gemeinde hat im Februar die Zusage über die Aufnahme ins Programm der Städtebauförderung erhalten. Die innerörtliche Entwicklung wurde in Steißlingen bereits vor Jahren angeschoben. Seitdem ist einiges auf den Weg gebracht worden. Im Gemeinderat war man sich einig, dass vor allem der Ortskern als sozialer Treffpunkt aller Generationen erhalten bleiben soll und ebenso die Einkaufsmöglichkeiten. Ein Entwicklungsschritt war das Gesundheitshaus, welches täglich wächst. Ebenso soll die Schaffung und der Erhalt von Wohnraum gefördert werden. Insbesondere die Sanierung bestehender Gebäude und innerörtliche Verdichtung nimmt die „familienbewusste Kommune Plus“ (so ein Qualitätsprädikat der AG Netzwerk Familie) hierbei in den Blick. Der Ortskern soll aber auch zum Erholungsraum werden.

Die Gemeinde muss vorbereitende Untersuchungen durchführen

Als nächsten Schritt will die Gemeinde das Sanierungsgebiet Ortsmitte II formell festlegen. Hierzu werden die Bürger über das Amtsblatt und per Schreiben informiert. Zudem werden konkrete Planungen, Ideen und Möglichkeiten bei den Eigentümern und Mietern abgefragt. Gemeindeverwaltung und Gemeinderat bedauern, dass in der heutigen Zeit keine Informationsveranstaltung mit Bürgerbeteiligung stattfinden kann.

„Die Gemeinde muss vorbereitende Untersuchungen durchführen, um Beurteilungsunterlagen zu gewinnen über die Notwendigkeit der Sanierung, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge sowie die anzustrebenden allgemeinen Ziele und die Durchführbarkeit der Sanierung im Allgemeinen“, erläuterte Laura Mayer vom Gemeindebauamt. Das Gesundheitshaus ist eine der größten Baustellen im Steißlinger Ortskern. In diesem Jahr sollen hier die Rohbau-Maßnahmen abgeschlossen werden.

Ein Fokus könnte auf der energetischen Sanierung liegen

Im 10,3 Hektar großen Sanierungsgebiet Ortsmitte II können über die kommenden Jahre hinweg städtebauliche Maßnahmen bezuschusst werden. Wie genau die Förderungen aussehen können, werde in der noch zu beschließenden Satzung festgelegt. So könnte ein Fokus auf der energetischen Sanierung liegen – oder Ideen, die innovativ mit dem demografischen Wandel umgehen, einen höheren Förderzuschuss bekommen.

Gemeinderat Hubert Wehinger hätte am liebsten der Gemeinde ein Leitbild vorgegeben. Aber Gemeinderat Hugo Maier und die Mehrheit schlossen sich dem Vorschlag der Verwaltung an, lieber erst zu fragen, welcher Sanierungsbedarf da ist. Und zu erfragen, welche Ideen aus der Bürgerschaft selbst kommen. Zudem sei die Sanierung ein jahrelanger Prozess, in dem sich die Bedürfnisse auch verändern könnten, fügte Laura Mayer an.

Dringend benötigter Parkraum für den Ortskern wird geschaffen

Eigentlich kann es erst nach Beschluss der Satzung eine Förderzusage geben. Eine Ausnahme ist der Abbruch eines Gebäudes in der Radolfzeller Straße. Denn hier wird dringend benötigter Parkraum für den Ortskern geschaffen, zumindest solange das Gesundheitshaus gebaut wird. „Der Parkplatz wird ein Provisorium. Trotzdem soll er einen angenehmen Anblick bieten“, fasste Bürgermeister Benjamin Mors zusammen. Zuvor begann eine allgemeine Diskussion um Parkraumbewirtschaftung. Jetzt wird ein Schadstoffgutachten in Auftrag gegeben und der Abbruch ausgeschrieben.