Auch in Zeiten der Pandemie geht Steißlingen auf das Thema Klimawandel ein. Denn die Gemeinde will nicht nur eine familienfreundliche Kommune sein, sondern sich auch stark für die Nutzung regenerativer Energien engagieren. „Unsere Gemeindewerke bieten 100 Prozent Ökostrom“, erklärte Bürgermeister Benjamin Mors bei der offiziellen Eröffnung des Solarparks Steißlingen.

Thomas Schneider (links) erläuterte die Fakten zum Solarpark Steißlingen. Diese interessierten Bürgermeister Benjamin Mors, Elektromeister Lothar Riederer, Schulrektor Alexander Bitter, Werklehrer Ralf Weber und Gemeinschaftsschüler.
Thomas Schneider (links) erläuterte die Fakten zum Solarpark Steißlingen. Diese interessierten Bürgermeister Benjamin Mors, Elektromeister Lothar Riederer, Schulrektor Alexander Bitter, Werklehrer Ralf Weber und Gemeinschaftsschüler. | Bild: Susanne Schön

Dieser sei die größte Solaranlage auf Steißlinger Gebiet, doch es gibt sowohl auf kommunalen als auch gewerblichen und privaten Gebäuden über 240 weitere Solaranlagen. Darüber hinaus werde auch der Radverkehr gefördert mit dem Bau von Radwegen sowie Leasingangeboten für Fahrräder für Kommunalmitarbeiter. Die Projektgesellschaft Wattner, die die anlage betreibt, bietet für Steißlinger Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten an.

Rekultiviertes Kiesabbaugebiet

Seit Mai speist der Solarpark bereits regenerative Energie ins Stromnetz ein. Doch erst jetzt wurde der Solarpark offiziell eröffnet, dazu waren neben den Projektpartnern auch elf Schüler der Steißlinger Gemeinschaftschule mit Rektor Alexander Bitter und Fachlehrer Ralf Weber anwesend.

„Diese exklusive Führung war für uns sehr wertvoll. Wir hoffen, dass wir auch zukünftig einen Besuch im Solarpark bekommen können“, sagte der Rektor. Denn Energie und ihre Gewinnung spiele eine große Rolle an der Steißlinger Schule und man habe auch andere Kraftwerke besucht.

Die Energie, die im Solarpark wächst, kann direkt ins Stromnetz gespeist werden.
Die Energie, die im Solarpark wächst, kann direkt ins Stromnetz gespeist werden. | Bild: Susanne Schön

Thomas Schneider von der Betreibergesellschaft, äußerte sich zu Diskussionen um den Flächenverbrauch bei Solarparks. Doch sei dieser im Vergleich gar nicht so hoch, erklärte er. Denn bei anderen energieerzeugenden Anlagen würden oft Flächen nicht mit einberechnet, die zur Energieerzeugung gebraucht würden. Auch benötigten Solarparks nur für die Trafostationen Fundamente. Die Ständer für die Solarpaneelen werden in die Erde geschlagen.

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Darunter sorgen 40-45 Schafe dafür, dass die Vegetation nichts verschattet. „Ziegen gehen nicht, die würden die Kabel anknabbern“, erklärte der Schäfer Jürgen Engesser, warum Schafe die Idealbesetzung sind, um sich um die Vegetation zu kümmern.

Schafe unter Solarpaneelen: Über 40 Schafe halten die Vegetation kurz, damit die Solarzellen nicht verschattet werden.
Schafe unter Solarpaneelen: Über 40 Schafe halten die Vegetation kurz, damit die Solarzellen nicht verschattet werden. | Bild: Susanne Schön

Zudem wird der erzeugte Strom direkt vor Ort ins Netz eingespeist. Wie das genau geht, erklärten Lothar und Johannes Riederer anschaulich. Die Elektromeister betreuen die elektrische Anlage. Sie wiesen ausdrücklich darauf hin, dass bei unsachgemäßem Handeln Lebensgefahr herrscht. Schon der Strom, der aus der Steckdose kommt, ist für den Menschen gefährlich, doch hier fließen ganz anderer Dimensionen.

So bekamen die Schüler Einblicke in das Innenleben der Trafostationen und wie der Strom von Gleich- in Wechselstrom gewandelt wird, wie er erzeugt wird und welche Wege er hinter sich hat, bis er in Betrieben und Haushalten genutzt werden kann. „Das war Physik vor Ort“, staunte nicht nur Bürgermeister Benjamin Mors.

Aufbau dauerte nur Wochen

Doch die Schüler interessierten sich nicht nur für die Technik. So wollte einer wissen, wie lange es von der Planung bis zur Umsetzung gedauert habe. Thomas Schneider erklärte: „Die Planungen dauerten etwa zwei Jahre, der Aufbau der Anlage nur vier bis sechs Wochen.“

Nehmen den Solarpark offiziell in Betrieb (v.l.): Thomas Schneider (Projektgesellschaft Wattner), Schäfer Jürgen Engesser, Bürgermeister Benjamin Mors, Lothar Riederer (Elektro-Service) Wilhelm von Stotzingen (Verpächter), Johannes Riederer (Elektro-Service), Schulrektor Alexander Bitter, Techniklehrer Ralf Weber und Schüler der Gemeinschaftsschule freuten sich gemeinsam über den Steißlinger Beitrag gegen den Klimawandel. Bilder: Susanne Schön
Nehmen den Solarpark offiziell in Betrieb (v.l.): Thomas Schneider (Projektgesellschaft Wattner), Schäfer Jürgen Engesser, Bürgermeister Benjamin Mors, Lothar Riederer (Elektro-Service) Wilhelm von Stotzingen (Verpächter), Johannes Riederer (Elektro-Service), Schulrektor Alexander Bitter, Techniklehrer Ralf Weber und Schüler der Gemeinschaftsschule freuten sich gemeinsam über den Steißlinger Beitrag gegen den Klimawandel. Bilder: Susanne Schön | Bild: Susanne Schön

Der Bürgermeister gab noch einen kurzen Einblick in das umfangreiche Genehmigungsverfahren, bei dem auch Dinge wie der Blendeffekt auf Flugzeuge und Artenschutz beachtet werden müssten. Wilhelm Freiherr von Stotzingen, Verpächter des Grundstücks, wusste, dass bereits sein Vater hier einen Solarpark bauen wollte: „Erste Gespräche gab es vor sechs Jahren. Die wurden dann zwischendurch auf Eis gelegt.“

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