Seit vielen Jahren bietet die Energieagentur für den Kreis Konstanz ihren Energie-Unterricht an sämtlichen Schulen im Landkreis an. Dieses Jahr wird daraus wegen der Corona-Krise allerdings nichts. Als Alternative zu dem vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms „Klimaschutz-Plus“ geförderten Unterrichts hat Gerd Burkert von der Energieagentur eine neue Idee und entwickelt – das halbtägige „E-Mobility Sommercamp“. Alle Schüler des Landkreises können sich dafür an drei Terminen im Fahrdynamischen Zentrum „Fahren Erleben Bodensee„ (FDZ) in Steißlingen anmelden.

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Eigens dafür wurde ein elektrisches Schulungskart, ein sogenannter E-Mobility Instructor, entwickelt, um die Themen rund um elektrische Fahrzeuge greifbar zu machen. Daran gibt es viel zu sehen, erleben und einzustellen. Es gibt etwa allerlei zu den Themen Batterietypen und Laden von Lithiumbatterien, Batterie-Management-Systeme (BMS), Leistungsmessung am Antriebsstrang, Rekuperation in Elektrofahrzeugen und Elektromotor (BLDC) zu entdecken.

Elektromobilität begreifen

Dabei bleibt es nicht beim theoretischen Lernen. Die Teilnehmer können auf dem Gelände des FDZ auch die Faszination der Beschleunigung von Elektrofahrzeugen hautnah erleben, ganz ohne Lärm und Abgase. „Der E-Mobility Instructor beschleunigt mit seinem bürstenlosen fünf Kilowatt Gleichstrommotor und seinem anderthalb Kilowattstunden Lithium-Eisenphosphat-Akku-Pack von 0 auf 75 Kilometer pro Stunde in nur 5 Sekunden“, berichtet Gerd Burkert. Sein Dank gilt den Gesellschaftern der Energieagentur und weiteren Unterstützern von der Messmer-Stiftung bis zur Handwerkskammer, der Stiftung der Sparkasse Hegau-Bodensee bis zu den Energieversorgern. Sie alle haben sich vor Ort von ihrer Investition überzeugt und die Anwesenden waren vom E-Mobility Instruktor begeistert.

Gerd Burkert von der Energieagentur (vorne links) erklärt die Möglichkeiten des Schulungs-Kart. Im Heck ist ein Bedienpanell.
Gerd Burkert von der Energieagentur (vorne links) erklärt die Möglichkeiten des Schulungs-Kart. Im Heck ist ein Bedienpanell. | Bild: Susanne Schön

Die Energie-Unterrichtseinheiten umfassen Themen rund um Energieeffizienz und Erneuerbare Energien sowie Workshops zu Elektromobilität und Photovoltaik. Gerd Burkert ist überzeugt, dass Elektromobilität und Photovoltaik hervorragend zusammenpassen: „Die Photovoltaik stellt die wichtigste Grundlage für einen erneuerbaren Betrieb der Elektromobilität dar. Ein Schlüsselfaktor beim Aufbau von Ladeinfrastruktur werden Unternehmen sein, die zum Teil ihren Fuhrpark auf batterieelektrische Antriebe umstellen und ihren Mitarbeitern durch die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur das Laden am Arbeitsplatz ermöglichen.“ Eine Überdachung mit Photovoltaik könne beispielsweise pro Stellplatzfläche von rund 18 Quadratmeter Strom für zehn bis 15.000 Kilometer Reichweite erzeugen.

Bevor die Schüler ans elektrische Schulungs-Kart „EMobility Instructor“ gehen, durften die Sponsoren sich alles ganz genau ansehen.
Bevor die Schüler ans elektrische Schulungs-Kart „EMobility Instructor“ gehen, durften die Sponsoren sich alles ganz genau ansehen. | Bild: Susanne Schön

Kurz angesprochen wurde auch das Thema „E-Fuels“. Dies sind synthetische Kraftstoffe aus erneuerbarer elektrischer Energie zum Ersatz fossiler Kraftstoffe. Mit der Technologie sollen grüne Treibstoffe durch Speicherung erneuerbare Überschussströme in Form von chemischer Energie entstehen. Dies mache erneuerbare elektrische Energie transportabel. Ein weiteres Einsatzgebiet von E-Fuels gibt es bei der Brennstoffzellentechnologie. Grünes Methanol habe, so Burkert, beispielsweise das Potential als Kraftstoff für elektromobile Neufahrzeuge. So plant das FDZ beispielsweise den Einsatz der Technologie bei seinen Karts.

Das neue elektrische Schulungs-Kart „EMobility Instructor“ ist vor allem im Fahrdanamischen Zentrum unterwegs. Es kann aber auch zu den Kunden gebracht werden.
Das neue elektrische Schulungs-Kart „EMobility Instructor“ ist vor allem im Fahrdanamischen Zentrum unterwegs. Es kann aber auch zu den Kunden gebracht werden. | Bild: Susanne Schön

Weitere Informationen bei der Energieagentur Kreis Konstanz, Fritz-Reichle-Ring 6a in 78315 Radolfzell, Telefon (07732) 939-1234, per E-Mail an info@energieagentur-kreis-konstanz.de oder im Internet unter http://www.ea-kn.de

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