Um den Deckungsgrad von unter 50 Prozent zu steigern, hat die Gemeinde die Benutzungsordnung für das Schlachthaus überarbeitet. Eine erste Version wurde 1974 erstellt, zuletzt wurde sie 2018 angepasst. „Das Schlachthaus soll vor allem unseren Steißlingern Bürgern dienen“, erläuterte Steißlingens Bürgermeister Benjamin Mors. Darum wurden die Beiträge für auswärtige Nutzer etwa um die Hälfte bis ein Drittel (im Vergleich zu denen für Einheimische) erhöht.

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Erstmals spielen auch Strauße eine Rolle. Mit 10 bis 15 Euro ist ihre Schlachtung die günstigste. Am teuersten ist Großvieh über ein Jahr mit 48 bis 80 Euro. Geregelt werden auch gewerbliche Schlachtungen sowie die Benutzung der Kühlzelle und die Entsorgung von spezifischen Tierkörperteilen (Risikomaterial). Im Jahr 2019 wurden im Steißlinger Schlachthaus insgesamt 163 Schlachtungen durchgeführt. 39 Schlachtungen davon führten einheimische Schlachter durch, 124 nahmen auswärtige Schlachter vor. „Hierbei ist das Verhältnis zwischen gewerblichen und privaten Schlachtungen ausgeglichen“, erläutert Nadja Scheffel vom Fachamt Finanzen. Auch das Verhältnis zwischen Einzelschlachtungen und mehreren Schlachtungen gleichzeitig sei ausgeglichen.

„Es ist vermehrt festzustellen, dass das Schlachthaus zum Großteil von Auswärtigen genutzt wird“, fasste Bürgermeister Mors zusammen. Für dieses Jahr sei mit einer weiteren Steigerung der Unterhaltungskosten zu rechnen, so müsse der Fettabschneider erneuert werden. Da der Verlust von den Steißlinger Bürgern zu tragen ist, wurden jetzt die Schlachthausgebühren für Auswärtige erhöht. „Das Schlachthaus machte in den letzten fünf Jahren Verluste“, so Nadja Scheffel.

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Außer dem Gebäude müsse die Gemeinde noch die Kühlanlage bereitstellen, welche nach europäischen Richtlinien zertifiziert ist. „Durch die Zertifizierung nach EU-Richtlinien müssen diverse Standards eingehalten werden, für welche die Gemeinde ebenfalls aufkommt.“