Meike Salzmann und Ulrich Lehna treten als Duo „Sing Your Soul“ auf. Das ist etwas irreführend – sie spielt Konzertakkordeon, er Klarinette. Besser passt da der Titel ihres Programms, das sie beim Konzertgottesdienst in der Steißlinger Friedenskirche präsentierten: „Musik für die Seele“. Die beiden Musiker waren bereits zum zweiten Mal zu Gast in Steißlingen.

„Wir freuen uns über Anrufe und Post“, bekennt Meike Salzmann. Denn der Kontakt zum Publikum fehle in Zeiten der Pandemie besonders. Gemeinsam mit einer Pfarrerin wurde das Programm zum Konzertgottesdienst entwickelt. „Auftritte in Gottesdiensten waren vor Konzerten erlaubt“, berichtete Ulrich Lehna. Und der Auftritt in der Friedenskirche bewies einmal mehr, dass die „Musik für die Seele“ hervorragend in ein Gotteshaus passt.

„Wer singt, betet doppelt“

Für den liturgischen Teil des Konzertgottesdiensts war der Vorsitzende des Steißlinger Pfarrgemeinderats, Christian Messner, zuständig. „Zwischen Herz und Hirn legte Gott die Stimme. Sie verbindet nicht nur über das Gespräch sondern auch über den Gesang. Musik erfasst uns ganzheitlich“, betonte er und fügte an: „Wer singt, betet doppelt!“

Teil des „Sing your Soul“-Programms war auch ein Klezmer-Gebet, welches Meike Salzmann vorlas. Es spiegelte die Zuversicht, dass auch in schwierigen Zeiten Sonnenschein und Freude bleiben und Gott über seine Schöpfung wacht. Doch auch weniger religiöse Melodien verschiedenster Komponisten füllten Kirche und Herzen. So wurden die Zuhörer nach Frankreich und in die Toskana entführt. Das melodische Zusammenspiel der Musiker ließ die Zeit verfliegen und manchen Fuß wippen.

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Schade, dass nur ein Konzertgottesdienst angefragt war. „Vor allem die jungen Menschen schreckte wohl der Gottesdienst ab“, vermutete Christian Messner. „Danke, dass sie uns und Musik für systemrelevant halten“, sagte Meike Salzmann. Die Musiker hätten zwar Zeit fürs Komponieren gehabt, aber der Kontakt zum Publikum fehlte – und auch die Besucher hätten Konzerte vermisst. Dem schlossen sich die Anwesenden an.