Für Steißlingens Christen sind die St. Remigius Kirche sowie Kapellen und andere sakrale Räume mehr als nur Gebäude. Sie sind zum einen Treffpunkt und Ort der Ruhe inmitten des hektischen Alltags und bergen zum anderen auch kulturelle und historische Schätze. Dies schlägt sich auch in einem entsprechenden Verein nieder: dem Kirchenbauverein St. Remigius.

Zu einem Verein gehört nicht nur ein spezieller Zweck, sondern auch ein Vorstand. Walter Kornmaier war seit der Gründung im Vorstand des Kirchenbauvereins tätig und hat mit seiner Tatkraft den Verein und die sakralen Bauten Steißlingens nachhaltig geprägt. Er war sechs Jahre Kassierer und die letzten neun Jahre Vorsitzender. Bei der Wahl während der Hauptversammlung übernahm sein bisheriger Stellvertreter Reinhard Racke das Amt, in sein bisheriges Amt wurde Christoph Lochmann gewählt. Kassierer Dietmar Baumann wurde ebenso bestätigt wie Beisitzer Michael Blösel. Sehr bedauert wurde der unerwartete Tod von Achim Sauer. Für ihn rückt Thomas Schönenberger als Beisitzer nach.

Verein weist hohen Altersdurchschnitt auf

Bei der Hauptversammlung wurde schnell deutlich, dass der Kirchenbauverein St. Remigius beim Erhalt der Kirche eine besondere Rolle spielt. Er wurde 2005 gegründet und zählt aktuell 110 Mitglieder. Allerdings ist der Altersdurchschnitt hoch und die Zahl der Neueintritte gering. Neumitglieder sind daher immer willkommen. Da der Kirchenbauverein St. Remigius ausschließlich steuerbegünstigte kirchliche Zwecke verfolgt, werden für den jährlichen Vereinsbeitrag (mindestens 36 Euro, im Durchschnitt 55 Euro), wie auch für freiwillig höhere Beitragszahlungen und Spenden Spendenbescheinigungen ausgestellt, die steuermindernd bei der Einkommensteuererklärung verwendet werden können.

Begonnen hat der Förderverein mit der Sanierung und Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Remigius. Es folgten die Renovierung des Jugendheimes, der Heiligkreuzkapelle und der Homburgkapelle sowie Renovierungen am Remigiushaus. Aktuell steht die Sanierung der St. Konrad-Kapelle in Wiechs an. Diese wurde in der heutigen Form von Pfarrer Johann Neidhart 1717/1718 gebaut.

Nur die notwendigsten Sanierungen sind geplant

„Damit die St. Konrad-Kapelle weiterhin nutzbar ist, muss aus baurechtlichen und brandschutztechnischen Gründen der früher zugemauerte ursprüngliche Haupteingang als zweiter Flucht- und Rettungsweg wieder geöffnet werden“, erläuterte Walter Kornmaier. Zudem sollen zum Erhalt der Bausubstanz entwässert sowie Elektrik und Glocken überarbeitet werden. Bürgermeister, Pfarrer und Vorstand bedauerten, dass nur die notwendigsten Sanierungen vom erzbischöflichen Ordinariat genehmigt wurden. Doch auch diese wären ohne Kirchenbauverein und Spender nicht möglich.

Es werden weitere Spendenaufrufe folgen. Der Verein trägt voraussichtlich 38 Prozent der Bausumme. Dank einer Satzungsänderung bleibt gesichert, dass das Vereinsguthaben nur für Steißlinger Sakralbauten verwendet wird, falls der Verein sich auflösen muss. Auch die Förderung der Renovierung der St. Konrad-Kapelle bleibt in Steißlingen, denn wie bei der politischen Gemeinde, muss die Förderung bei einem Verkauf innerhalb von 20 Jahren anteilig zurückgezahlt werden.

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