Frau Zecca, vor zwei Jahren haben Sie Ihr Abitur gemacht. Wie ging es danach für Sie weiter?

Ich hatte geplant, im darauffolgenden Frühjahr nach Nepal zu reisen. Aus diesem Grund wollte ich mir erstmal das nötige Geld erarbeiten. So blieb ich in Singen und habe gekellnert. Durch die Pandemie war das dann aber leider nicht möglich.

Wie sind Sie zu dem Entschluss gelangt, Kunst studieren zu wollen?

Das Skizzenbuch war bereits ein ständiger Begleiter auf meinen Unternehmungen nach der Schulzeit. Beim Zeichnen konnte ich mich fallen lassen und abschalten. Als dann meine Reise wegen Corona ausfallen musste, beschloss ich, mich intensiver mit der Kunst im Allgemeinen zu befassen, und bin bald auf das Vorstudium für Kunst und Gestaltung in Meersburg gestoßen.

Während dieser Zeit in Meersburg haben Sie nun sogar bereits einen Förderpreis gewonnen. Wofür haben Sie diesen erhalten?

Ich habe tatsächlich eine ganze Mappe mit verschiedenen Werken eingereicht, die dafür durchgeschaut wurde. Ich mache verschiedene Sachen. Malerei macht mir vor allem Spaß oder Skizzen mit Kohle. Ich nutze seltener Farbe. Deswegen mache ich auch gerne schwarz-weiß Fotografien. Noch habe ich meinen eigenen Stil nicht gefunden. Ich habe viele verschiedene Interessen.

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Wie kam die Teilnahme Zustande?

Gegen Ende meines Vorstudiums im Juli kam die Schulleitung, Anna Blank, aufgeregt zu mir und noch drei weiteren meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen. Sie berichtete, dass Tobias Engelsing, der Direktor der Städtischen Museen Konstanz, sie nach angehenden Künstlern angefragt habe. Wir sollten zur Teilnahme an dem Förderpreis Proben unserer Arbeiten einsenden. Bald nachdem wir verschiedene Werke eingereicht hatten, bekam ich von Tobias Engelsing die freudige Nachricht per E-Mail. Ich erhielt tatsächlich einen der Förderpreise.

Ist es aktuell möglich, Ihre Werke zu besichtigen?

Vorerst sind meine Arbeiten nur bei mir privat zusehen.

Was sind Ihre Quellen für Inspiration?

Manchmal ist bereits die Lust am Malen und die weitere Entwicklung des Bildes als Inspiration ausreichend. Manchmal ist es aber auch eine bestimmte Stimmung an Farben, Gefühlen oder Konstellationen, die mich inspirieren. Das kann sehr unterschiedlich sein.

Ihr Vater, Antonio Zecca, hat sich in der Region bereits einen guten Namen als Künstler gemacht. Wie wirkt sich das auf Ihre eigenen Tätigkeiten aus?

Ich genieße unseren künstlerischen Austausch, aber noch mehr unsere Familienzeit außerhalb von „Beruflichem“.

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Ihr Vorstudium an der Jugendkunstschule in Meersburg ist mittlerweile beendet. Wie haben Sie die Zeit danach genutzt?

Ich konnte nun endlich doch noch reisen gehen. Für einige Monate war der ausgebaute Van einer Freundin mein neues Zuhause. Ich hatte dabei auch ein Skizzenbuch zur Dokumentation unserer Erlebnisse dabei und habe versucht, es mit Bildern, Skizzen und Collagen seine eigene Geschichte der Reise erzählen zu lassen. Mitte Oktober sind wir aufgebrochen. Wir sind durch Kroatien, Slowenien und Albanien gereist. Wir haben einige Monate für einen Freiwilligen-Dienst in Albanien gearbeitet. Unter anderem waren wir bei einem Agroturismo von zwei Amerikanern. Wir haben viele nette Leute kennengelernt.

Ist Ihnen dabei ein Erlebnis besonders in Erinnerung geblieben?

Kein bestimmtes Erlebnis, aber gerade die albanische Gastfreundschaft hat mich sehr beeindruckt. Als unser Auto kaputt gegangen ist, hat uns beispielsweise mitten in der Nacht ein Albaner geholfen, es anzuschieben.

Inwiefern war diese Reise eine künstlerische Inspiration?

Ich habe mir immer zu viele Gedanken gemacht, was den anderen gefällt. Ich habe in den letzten Monaten gelernt, das mehr abzulegen. Ich brauche meine Zeit und werde meinen Weg finden, auch wenn ich ihn jetzt vielleicht noch nicht kenne.

Nun sind Sie seit einigen Tagen wieder in Singen angekommen. Was haben Sie als nächstes geplant?

Ich werde nun endlich meine Bewerbungsmappe fertig machen. Das ist sehr aufwendig und die Zeit während unserer Fahrt war dann doch knapp. Ich wollte die Erlebnisse auch genießen können. Die Bewerbungsprozesse sind überwiegend online, aber ich muss zwischen 20 bis 25 Bilder dafür anfertigen. Es müssen technisch anspruchsvolle Zeichnungen enthalten sein. Ich muss zeigen, in welche Richtung meine Kunst geht und welche Themen mich interessieren. Für mich sind das vor allem Bezüge zu Menschen. Die ersten Abgaben sind bereits im Februar, die letzten noch bis in den Mai.