Wolfgang Wahl von der Beratungsfirma Rapp Trans hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Steißlingen den neuesten Stand des freiwilligen Lärmaktionsplan vorgestellt. Dazu gehörten die Ergebnisse der Lärmkartierung, eine Zusammenfassung der möglichen Lärmminderungs-Maßnahmen und das weitere Vorgehen.

Der Lärmaktionsplan von Steißlingen beinhaltet die Singener und Orsinger Straße sowie Teile der Lange Straße, denn hier werden Lärmgrenzwerte überschritten. Beim Lärmaktionsplan geht es um den Lärm, der in den genannten Gebieten auftritt. Denn dieser gefährdet die Gesundheit der Anwohner.

Tempo 30 im ganzen Ort?

„Es geht nicht um eine Gängelung der Verkehrsteilnehmer“, betonte Wolfgang Wahl, Ziel sei, dass es tatsächlich leiser wird. Die Maßnahme, die am schnellsten umgesetzt werden kann, sind Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wolfgang Wahl plädierte für ein generelles Tempo 30. Dem schloss sich auch Bürgermeister Benjamin Mors an. Denn verschiedene Tempi im Ort seien nur schwer vermittelbar.

„Auf der selben Straße teil 50 teils 40 und nachts 30 Stundenkilometer, das ist unübersichtlich.“ Einige Gemeinderäte hatten die Strecke abgefahren. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Verkehrsteilnehmer zwischen einer halben Minute und drei Minuten länger für die Ortsdurchfahrt brauchen.

Alle sind für Flüsterasphalt

Mit einem generellen Tempolimit sei der Verkehr flüssiger, sicherer für alle und auch das Einordnen einfacher. Das sahen nicht alle so. Gemeinderat Stefan Maier rechnete anders: „Wenn die Autos langsamer fahren sind sie länger im Ort. Dadurch machen sie länger Lärm, geben länger Abgase ab und sind länger auf der Straße, also wird Einfädeln eher schwieriger.“

Einig waren sich alle, dass die beste Maßnahme der Einbau von sogenanntem Flüsterasphalt wäre. Doch kann dies nicht die Kommune veranlassen, denn sie hat nicht die Straßenbaulast. Anträge auf einen neuen Straßenbelag habe man schon öfter gestellt, doch sei man auf taube Ohren gestoßen. Auch brauche eine solche Maßnahme länger bis zur Verwirklichung.

Mehr Radverkehr und ÖPNV

Allerdings habe man mit dem Lärmaktionsplan als Kommune nun mehr Gewicht und wolle den Flüsterasphalt als mittelfristiges Ziel. „Eine verkehrsbeschränkende Maßnahme, die ohne Abwägungsfehler in einen Lärmaktionsplan festgelegt wurde, ist von der Straßenverkehrsbehörde umzusetzen“, zitierte Berater Wolfgang Wahl den Gesetzgeber. Als letzte, langfristige Maßnahme regt die Kommune einen Autobahn-Halbanschluss im Lärmaktionsplan an.

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Zudem sollen Messanlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung aufgestellt werden. Wichtig sei es zudem, Anreize zu setzen, den Verkehr zu minimieren, beispielsweise indem der Radverkehr und der öffentliche Nahverkehr gefördert werden. Die Anregungen sollen in den Plan eingearbeitet und dieser den betroffenen Bürgern und Behörden vom 19. Juni bis 7. August vorgelegt werden. Ziel ist es, die Geschwindigkeitsbegrenzungen in Steißlingen bereits in diesem Jahr umzusetzen.