In Steißlingen machten Annette Gönner-Langendörfer und Thomas Langendörfer auf diesen Notstand aufmerksam. Sie wohnen in Steißlingen und sind Mitglieder im Verein Tangolibre, der 1998 in Konstanz gegründet wurde. Ein paar der 160 Mitglieder unterstützten sie. Seit 2009 zählt der Tango Argentino zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit der UNESCO.

Corona gefährdet Existenz von Tanzlehrern

Doch die Beschränkungen, die die Corona-Pandemie zur Folge haben, gefährden den Lebensunterhalt von Tango-Lehrern. Die Langendörfers geben nebenberuflich in ihrem Verein drei Kurse auf verschiedenen Niveaus. Sie sind hauptberuflich Sportlehrer an Waldorfschulen in Wahlwies, Kreuzlingen und Winterthur. Damit sind sie finanziell unabhängig vom Tango Argentino. Anders als Lorena Mermelstein und Daniel Ferro aus Winterthur. Sie sind Tanzlehrer und leben zu 100 Prozent vom Tango Argentino. Sie geben sechs bis sieben Tanzkurse pro Woche mit weit über 100 Kursteilnehmern.

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Der Verein Tangolibre organisiere etwa 80 öffentliche Tanzveranstaltungen, Milongas, pro Jahr und in Konstanz, erklärt Thomas Langendörfer. All dies falle nun auf unbestimmte Zeit aus. Bei der Tanzdemonstration in Steißlingen war zu spüren, dass den Teilnehmenden das gemeinsame Tanzen fehlt. Es läuft eine Petition, die die Kulturschaffenden, die zu 100 Prozent vom Tango Argentino leben, helfen soll.

„Besonders erfreulich bei der heutigen Aktion war die bundesweite Verbundenheit vieler Tangoschaffender in ganz Deutschland und sogar Wien„, freute sich Thomas Langendörfer. Er hofft, dass sich viele Menschen mit den Tango-Tänzern solidarisieren und etwa die Petition unterschreiben. Dort ist zu lesen: „Tango Argentino ist die Kultur der getanzten Umarmung unter Fremden, der tänzerischen und musikalischen Improvisation, eine Verbindung und Verständigung ohne Worte.“

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