„Keine Angst vor Biene, Wespe und Co“ – so lautete das Motto einer Veranstaltung im Rahmen des Bee-Deals (Bienenpaktes) der Stadt Singen, bei der acht Frauen das Wichtigste rund um die Haltung von Bienen erfuhren.

Artur Ostermaier hält seit 33 Jahren Bienen und gab gerne Auskunft über seine Erfahrungen. Karl Max Schönenberger, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Singen/Hohentwiel, brachte Schutzkleidung für alle Teilnehmerinnen mit. Eigentlich wären die Imker im Juni mit dem Schleudern von Honig beschäftigt. Doch das fällt in diesem Jahr aus, denn die Witterung im Frühjahr hat die Bienen fast verhungern lassen.

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Artur Ostermaier erzählte erst einmal, wie er zum Imkern kam. „Mein Vater, der auch Imker war, hat mir im Alter von elf Jahren die Aufgabe übertragen, einen Schwarm aus einem Baum einzufangen. Da hatte ich dann mein erstes Bienenvolk“, so Ostermaier. Die Bienen seien immer der perfekte Ausgleich zu seinem Beruf als Bürgermeister von Steißlingen gewesen, so Ostermaier, der seit Anfang 2018 im Ruhestand ist. Am Bienenstand komme man innerhalb kürzester Zeit in eine andere Welt, schwärmte er.

Monokulturen gefährden die Bienen

An seinen zwei Bienenständen hat Artur Ostermaier aktuell 18 Völker. „Ein Volk besteht aus 40.000 bis 50.000 Bienen, im Winter sind es zwischen 5000 und 8000 Bienen“, erklärt er. Der Honigertrag sei nur etwa zehn Prozent der Gesamtleistung von Bienen. Ihre Hauptaufgabe sei die Bestäubung, doch seit es immer mehr Monokulturen wie Mais- oder Getreidefelder gebe, finden Bienen auch immer weniger Futter. „Wenn Bienen nicht mehr bestäuben können, werden wir eine verarmte Natur erleben“.

Hier zeigt Artur Ostermaier den Hofstaat der Königin, die er für die Veranstaltung eingefangen hat.
Hier zeigt Artur Ostermaier den Hofstaat der Königin, die er für die Veranstaltung eingefangen hat. | Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Bei der Führung am Bienenstand zeigte Ostermaier auch die Königin eines Volkes, die er extra vorher eingefangen hatte. Im Frühjahr haben Ostermaier und Schönenberger ihren Bienen zusätzlich Futter angeboten, weil es zu kalt und nass war. Dass nur Frauen an der Veranstaltung teilnahmen, bestätigt eine Entwicklung im Bienenzuchtverein. „Wir haben heute rund 200 Mitglieder und davon kam etwa ein Drittel in den letzten drei bis vier Jahren hinzu, vor allem Frauen“, erkärte Karl Max Schönenberger.