Die Tagesordnung der jüngsten Steißlinger Gemeinderatssitzung war lang. Dabei war nicht nur der Sitzungstag ungewöhnlich, dieser wurde von Montag auf Mittwoch verschoben. Auch der Sitzungsort war neu: Statt den Sitzungssaal wählte Bürgermeister Benjamin Mors den Tagungssaal im Feuerwehrgerätehaus. Denn hier konnten die Anwesenden in großem Abstand zueinander sitzen. „Wir haben alles abgeklärt und Gemeinderatssitzungen sind ausdrücklich erlaubt, wenn bestimmte Regeln eingehalten sind“, erklärte Benjamin Mors. Statt der üblichen Begrüßung per Handschlag gab es Desinfektionsmittel auf den Tischen.

770 000 statt über eine Million Euro: Ein positiver Effekt des Coronavirus

Corona und die Folgen zeigten sich auch bei der Verzögerung vieler Projekte – allerdings nicht immer auf negative Weise. So wurden günstige Ausschreibungsergebnisse erzielt, weil die Firmen teilweise auf anderen Baustellen Stillstand haben. Dies betraf vor allem das Gewerbegebiet. In „Vor Eichen II“ wurde die Auffüllung für rund 52 000 Euro vergeben und Erschließungsarbeiten für rund 777 000 Euro. Bei letzterem Posten rechnete die Verwaltung vorab mit Kosten über einer Million Euro. Wegen der Ersparnis konnte auch der Auftrag für die Erstellung einer Stichstraße für 61 190 Euro vergeben werden. Diese ist nötig, um ein hinterliegendes Grundstück nutzen zu können.

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Gemeindevollzugsdienst nimmt Kontrollen sehr ernst – zum Unmut einiger Bürger

Doch auch bei den Bekanntgaben spielte Corona eine Rolle. So vermeldeten einige Gemeinderäte den Unmut der Bevölkerung, dass der Gemeindevollzugsdienst die Überwachung des Naturschutzes aktuell sehr ernst nehme. „Unsere Bürger werden von den Stegen vertrieben, auf denen sich im Sommer auswärtige Besucher tummeln“, beklagte Gemeinderat Alexander Fuchs (Freie Wähler).

Der Bürgermeister stellte klar, dass der Gemeindevollzugsdienst angewiesen sei, die Einhaltung der Corona-Verordnungen zu überprüfen. Außerdem seien die Präsenzzeiten erhöht worden, weshalb auch im Sommer vermehrt kontrolliert werde als in der Vergangenheit. „Wir werden hier aber keine einzelnen Maßnahmen diskutieren. Zumal wir sie gemeinsam beschlossen haben.“

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Jugendliche versteckten Drogen an der Schule

Steißlingen habe aktuell vier Corona-Infizierte. Von den Verstößen gegen die Corona-Verordnung, die es bisher gab, seien nur zehn Prozent auch finanziell geahndet worden. Einen Erfolg vermeldete Hauptamtsleiter Roland Schmeh bei einem Drogenfund: Mit Gemeindevollzugsdienst und Polizei konnten Jugendliche des Drogenhandels überführt werden. Drogenhunde fanden Verstecke im Umfeld der Schule.

Der Hauptamtsleiter schilderte auch, dass die Planungen und Ausführungen für die Umgestaltung des Roten Platzes voranschreiten. Es sei gelungen, Fördermittel für die Erstellung einer Hütte zu bekommen. Dabei habe es aufgrund Corona weniger Jugendbeteiligung gegeben als angedacht. Doch seien sie bei der weiteren Planung und Umsetzung eingebunden, sobald es möglich sei.

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