Mitten im Sommer stand auf der Theaterbühne des Musikvereins Steißlingen ein Weihnachtsbaum. Er war quasi der Baum des Anstoßes beim Schwank "Die Silberhochzeit". Der Dreiakter von Regina Rösch trägt den Untertitel "Lieber einen Mann als gar keinen Ärger". Denn der Baum im Zimmer der Familie Fischer warf den Wunsch nach Renovierung auf und damit die Frage, wie lange der Wandanstrich schon her sei. Gleich nach der Hochzeit war es wohl, vor 25 Jahren. Damit stand neben der Renovierung auch die Planung einer Silberhochzeit an.

Ganz alleine wacht Rolf Renz als Emil Fischer über das Wohlergehen des Weihnachtsbaums (rechts). Doch es kommt zu reichlich Turbulenzen auf der Laienschauspielbühne in der Steißlinger Torkel. Bild: Susanne Schön
Ganz alleine wacht Rolf Renz als Emil Fischer über das Wohlergehen des Weihnachtsbaums (rechts). Doch es kommt zu reichlich Turbulenzen auf der Laienschauspielbühne in der Steißlinger Torkel. Bild: Susanne Schön

Was folgte, war ein turbulentes Spektakel, in dem die Laienschauspieler lustvoll allerlei Klischees auslebten. Manuela Zimmermann überraschte als Betty Fischer erst ganz zum Schluss mit weiblicher Raffinesse und stellte sich als gar nicht so arme Ehefrau von Rolf Renz alias Emil Fischer heraus. Zur Familie Fischer gehörte ebenso Josef Wiker als ihr Sohn Stefan Fischer und Anja Schaumburg als Susi Pfeiffer, die bald zu seiner Verlobten wurde. Richtigen Schwung brachte Monika Biedermann als Erbtante Edith auf die Bühne. Sie fuhr mit einem Taxi in die Herrentorkel ein.

Außer Theater gibt es viel Musik

Clemens Schöpf spielte Oswald Geier und Gabriele Wingbermühle dessen Ehefrau Helga Geier. Beide entlockten den Fischers Höchstleistungen. Und glänzten als nicht so ganz helle Nachbarn, die ebenfalls noch einen Weihnachtsbaum und Silberhochzeit hatten. Tobias Stengele verkörperte Max Müller, der in viele Rollen schlüpfen musste, um die Erbtante von der perfekten Familie zu überzeugen. Seit Mai führte Regisseurin Monika Zerweck ihre Schauspieler in die Rollen ein und mit der Hilfe der Souffleuse Brigitte Schaumburg klappten auch beide Auftritte hervorragend.

Bei freiem Eintritt war nicht nur Theater geboten. Der Musikverein Steißlingen sorgte für musikalische Abwechslung und das leibliche Wohl der Gäste. Die Kosten für die Miete der Torkel, Gema und die Textbücher wurden durch die Spenden gedeckt, die die Besucher als Anerkennung für die gebotene Unterhaltung gerne freiwillig gaben.