Bürokratie wird selten mit Höchstgeschwindigkeit in Verbindung gebracht, dafür in Hegauer Rathäusern mit dem Begriff „Sorgfalt“ übersetzt. Denn auch wenn die Mühlen der Behörden langsam mahlen, geht es am Ende eben doch darum, was dabei heraus kommt. Erste Ergebnisse des Bürgerforums im Oktober hat Steißlingens Bürgermeister Benjamin Mors in der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentiert.

Ein Dauerbrenner bleibt dabei das Thema Verkehr, denn der daraus entstehende Lärm ist in Steißlingen stets präsent. Beim Bürgerforum im Oktober wurden erste Erkenntnisse aus der freiwilligen Lärmkartierung vorgestellt. Dort wurde angeregt, auch die Lange Straße, Beurener Straße und Radolfzeller Straße zu untersuchen. Dabei kam heraus, dass es Bereiche der Lange Straße gibt, die ebenfalls in den Lärmaktionsplan aufgenommen werden können. „Im Sommer können wir mit den Erkenntnissen der Wirkanalyse an die übergeordneten Behörden gehen und Maßnahmen einfordern“, erklärte Bürgermeister Benjamin Mors das weitere Vorgehen.

„Im Sommer können wir mit den Erkenntnissen der Wirkanalyse an die übergeordneten Behörden gehen und Maßnahmen einfordern.“Benjamin Mors, Bürgermeister
„Im Sommer können wir mit den Erkenntnissen der Wirkanalyse an die übergeordneten Behörden gehen und Maßnahmen einfordern.“Benjamin Mors, Bürgermeister | Bild: SK

Zu möglichen Maßnahmen gehören Geschwindigkeitsbegrenzungen, Flüsterasphalt und die Geschwindigkeitsüberwachung. Angeregt diskutiert wurde über weitere Maßnahmen wie eine Autobahnabfahrt, die schon lange im Gespräch ist. „Deren Umsetzung dauert zu lange, wir müssen jetzt etwas für die betroffenen Bürger machen“, betonte Bürgermeister Benjamin Mors. Trotzdem werde man die Umfahrung von Steißlingen für Schwerlastverkehr im Blick behalten. „Wir müssen da dran bleiben und auch mit anderen Kommunen kooperieren“, forderte Gemeinderat Alexander Fuchs.

„Wir müssen da dran bleiben und auch mit anderen Kommunen kooperieren.“Alexander Fuchs, FW
„Wir müssen da dran bleiben und auch mit anderen Kommunen kooperieren.“Alexander Fuchs, FW | Bild: SK

Bürgerbeteiligung wird in Steißlingen groß geschrieben und auch wahrgenommen. So hat die Jugend mit der Verwaltung die Umgestaltung des roten Platzes auf den Weg gebracht. Als nächstes Projekt steht die Gestaltung des Gebiets „Niederwiesen“ hinter dem Feuerwehrgerätehaus an. Auch hier wurden erste Ideen beim Bürgerforum gesammelt.

Das Projekt soll nun durch die Beraterfirma Translake begleitet werden. Die Kosten werden bei rund 16.000 Euro liegen. Dabei ist vorgesehen, neben einer Auftaktveranstaltung vor Ort mit den Bürgern zwei Workshops unter Beteiligung eines Landschaftsplaners und ein Einweihungsfest abzuhalten. Um eine breit aufgestellte Interessengruppe zu erhalten, sollen nach einem Zufallsprinzip auch Bürger direkt zur Beteiligung aufgefordert werden, die sich sonst nicht oder weniger beteiligen.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.