Der Steißlinger Gemeinderat musste bei der Vergabe von zwei Baumaßnahmen höhere Angebotspreise hinnehmen. Volle Auftragsbücher der Bau-Unternehmen, gestiegene Löhne und höhere Materialkosten führen zum Preisanstieg. Die überhitzte Baukonjunktur führt so bei kommunalen Bau-Ausschreibungen zu deutlich höheren Angeboten. Knapp 140 000 Euro mussten für den Steißlinger Vermögenshaushalt 2018 zusätzlich bewilligt werden wegen Baukostensteigerungen und für unvorhergesehene Investitionen, erläutert Bürgermeister Benjamin Mors an der Gemeinderatssitzung. Im Tiefbau betrage der Preisanstieg rund 18 Prozent.

Angst vor Subunternehmern

Für die Erschließung der Erweiterungsbauten des Pflegeheims Helianthum im Bereich Sonnenblumenweg fallen die Angebote konjunkturell bedingt höher aus. Vergeben wurde der Auftrag als außerplanmäßige Ausgabe an den günstigsten Anbieter, ein Tuttlinger Unternehmen, zum Netto-Preis von rund 112 000 Euro. Im Zuge der Ausschreibung sollte die Maßnahme als Gesamtpaket an einen leistungsfähigen Anbieter vergeben werden, der alle nötigen Baubereiche eigenständig ausführt, ohne an Subunternehmer auszulagern.

Im vergangenen Jahr hätte eine Straßenbau-Sanierung zwei Wochen still gestanden, bis der beteiligte Subunternehmer die Asphaltdecke aufbrachte. Die Erschließungs-Maßnahmen am Sonnenblumenweg umfassen unter anderem die Wasserleitung, die Erweiterung der Straßeneinmündung zur Remigiusstraße zwecks erhöhter Verkehrssicherung und besserer Zufahrt der Rettungsdienste, sowie die Verlegung des Gehwegs im Bereich der geplanten Tiefgarageneinfahrt und die Neugestaltung eines barrierefreien Fußwegs. Beginnen soll die Erschließung Ende August, laut Ingenieur Norbert Baur.

Die Finanzlage lässt die Mehrkosten verschmerzen: Eine positive Entwicklung des Verwaltungshaushalts 2017 ermöglicht die Zuführung von knapp 2,5 Millionen Euro in den Steißlinger Vermögenshaushalt. Das sind 1,1 Millionen mehr als im Haushaltsplan 2017 vorgesehen. Zusätzliche Einnahmen bei Grund- und Gewerbesteuer und höhere Landeszuweisungen trügen zur positiven Entwicklung bei.

Aufgrund der erhöhten Zuführungen und der Verschiebung von Investitionen nach 2018 sank die Entnahme aus den Rücklagen um rund eine Million auf knapp 400 000 Euro. Zum Ende des Haushaltsjahres 2017 verfüge Steißlingen über Rücklagen in Höhe von 6,8 Millionen Euro, erklärt Mors. Fertiggestellt wurde die Teilsanierung der Seeblickhalle. Die Gesamtkosten in Höhe von knapp 1,325 Millionen Euro überstiegen die geplanten Ausgaben um mehr als 76 000 Euro.

Während bei den Kosten für die Baukonstruktionen und den Honoraren rund 30 000 Euro eingespart wurden, lag der Bereich Technik mit etwa 105 000 Euro über dem Plan. Größere Abweichungen verursachten Stahlbauarbeiten und Elektro-Installationen.

Start für Bürgerbeteiligung

Mehr Mitspracherecht hat Bürgermeister Benjamin Mors im vergangenen Wahlkampf versprochen. Jetzt kündigt er den Termin für die Bürgerbeteiligung zur Erweiterung im Neubaugebiet "Im Tal" auf Anfang Juli an. Auf der knapp drei Hektar großen Fläche sollen bis zu 46 Bauplätze ausgewiesen werden. Vorgesehen ist die Bebauung mit Einzel- und Doppelhäusern, sowie Reihenhäuser in definierten Zonen. Ein Entwurf der Bauvorschriften für das Gebiet wurde erstellt. Noch in 2018 soll die Erschließungsplanung erfolgen. Der Baubeginn ist auf das zweite Halbjahr 2019 geplant.