Als Beitrag zur Energiewende rangiert in Steißlingen Solarenergie ganz oben. Mehrere Photovoltaik-Anlagen (PV) und ein Solarpark sind geplant. Der Gemeinderat entschied über die nächsten Schritte.

Laut Gemeindeverwaltung erzeugt Steißlingen einen erheblichen Teil an Solarstrom. Bereits mehrere Dächer öffentlicher Gebäude wurden mit Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen ausgerüstet. Im Jahr 2016 habe die Gemeinde an 80 Tagen einen Solarenergie-Überschuss in das öffentliche Netz einspeisen können. Weitere Anlagen wurden erörtert und stehen im Gemeinderat zur Entscheidung an. Im Haushalt 2018 wurden 40 000 Euro für deren Realisierung eingestellt.

Der Schlammbunker des Klärwerks, die Gemeinschaftsschule (GMS) und das Kinderhaus (Kita) sind als Träger von Solaranlagen ausgewählt. Weitere Gebäude wurden auf ihre Eignung geprüft. Wie in der Vergangenheit sollen Planung und Realisierung mit den Stadtwerken Radolfzell (SWR) durchgeführt werden. Ein erstes Angebot, basierend auf zwei unterschiedlichen Anlagengrößen, liegt vor, das Thomas Schönenberger, Leiter des Fachbereichs Bau/Technik/Umwelt, in der Ratssitzung vorstellte. Aufgrund der größeren Wirtschaftlichkeit stünde vorrangig eine PV-Anlage auf dem Gebäude C der Gemeinschaftsschule und des Kinderhauses an.

Anlagen machen sich nach sieben Jahren bezahlt

Die Investitionskosten der kleineren Anlage mit knapp 59 Quadratmeter Kollektorfläche lägen bei etwa 15 200 Euro netto. Rund doppelt so teuer käme die größere Anlage mit einer Fläche von 176 Quadratmeter. Auf dem Gebäude C seien die PV-Module zudem auf etwa 700 Quadratmeter erweiterbar. In das öffentliche Stromnetz seien durch die kleinere Anlage etwa 15 Prozent des gewonnenen Solarstroms bei der GMS und etwa 25 Prozent bei der Kita einspeisbar. Bei der größeren seien es rund 30 sowie 60 Prozent. Die beiden Anlagen machen sich jeweils nach sieben Jahren bezahlt.

Ein Beschluss über die jeweils größeren Anlagen wurde auf die Maisitzung vertagt, da noch Abklärungsbedarf besteht. Zurückgestellt wurde die Anlage für das Klärwerk, da eine notwendige Aufständerung der Solarmodule die Kosten um rund 20 000 Euro erhöht. Zudem seien derzeit Planungen für die Sanierung der Kläranlage in Arbeit, so Bürgermeister Benjamin Mors.

Investor plant einen Solarpark

Zugestimmt hat der Gemeinderat einer Änderung des Flächennutzungsplans 2020 der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Singen (VVG) sowie dem Entwurf eines vorhaben-bezogenen Bebauungsplans für einen Solarpark im Gewann Stockwiesen. Ein Investor plant eine knapp 17 Hektar große Freiland-Fotovoltaik-Anlage auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Die Höhe der Solarmodule inklusive der Modultische soll bei maximal 3,5 Metern liegen. Aufgrund des umgebenden Waldes sei lediglich mit einer geringen Veränderung des Landschaftsbildes zu rechnen. Auswirkungen auf das nahe Naturschutzgebiet Litzelsee seien nicht zu erwarten. Die Artenschutz-Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.