Außerordentlich war das Interesse der Steißlinger an dem Filmwochenende in der Seeblickhalle. Zum Zeitpunkt der Premiere des neuen Films über Steißlingen schätzte Bürgermeister Benjamin Mors, dass sich etwa 1000 Besucher "im größten Kinosaals des Landkreises" eingefunden hatten. Nachdem diese alle Platz genommen hatten, interviewte der Bürgermeister den Regisseur des Filmes, Markus Welsch. So gab es für die Anwesenden noch einmal einen besonderen Einblick in die Entstehung und die Philosophie des Films.

Sehr großes Interesse herrschte an der Filmpremiere in der Seeblickhalle. Bürgermeister Benjamin Mors (rechts, auf Bühne) ist darin noch nicht zu sehen. .Bild: Susanne Schön
Sehr großes Interesse herrschte an der Filmpremiere in der Seeblickhalle. Bürgermeister Benjamin Mors (rechts, auf Bühne) ist darin noch nicht zu sehen. | Bild: Susanne Schön

Der Regisseur war sichtlich beeindruckt von der Anzahl der Zuschauer und machte spontan ein Foto: "Das glaubt mir in Berlin sonst niemand!" Man sollte immer Premieren im Hegau machen und nicht in Berlin, seiner Schaffensheimat, erklärte der gebürtige Singener. Ebenso sei die Unterstützung, die er für den 90-minütigen Film bekommen habe, ungewöhnlich: "Wenn das immer so wäre, gäbe es bessere Filme in Deutschland!" Welsch beobachtete während der Aufführung das Publikum und hatte seine Freude daran.

Spektakuläre Luftaufnahmen

Die Steißlinger Historie kam den Zuschauern ein gutes Stück näher. Eine Inspiration und gleichzeitig eine Herausforderung sei der historische Steißlinger Film aus dem Jahr 1956 gewesen, bekannte der Regisseur. Einen wirklichen Lieblingsmoment oder den einprägsamsten Moment während des Filmens konnte Markus Welsch nicht ausmachen. Froh war er, dass, noch vor verschärften Regeln zum Drohnenflug, ihm mit eben solchen spektakuläre Luftaufnahmen gelangen.

Der Regisseur Markus Welsch (Mitte) verfolgte die Premiere aus dem Publikum heraus. Er genoss die Reaktionen, die er auslöste. .Bild: Susanne Schön
Der Regisseur Markus Welsch (Mitte) verfolgte die Premiere aus dem Publikum heraus. Er genoss die Reaktionen, die er auslöste. | Bild: Susanne Schön

Den Einstieg in die Entwicklung Steißlingens vom Bauerndorf zur städtisch geprägten Gemeinde macht der Film über die Landwirtschaft. Zu Wort kommen Steißlinger Bürger, die drei Haupterwerbslandwirte sowie Nebenerwerbslandwirte. Wichtig ist für die Gemeinde offenbar auch der Glaube, die Kirche. Nicht nur dazu sprach der katholische Pfarrer Siegfried Meier: "Der Alemanne ist eine Sorte Mensch für sich." Dies zeigt sich auch im Klemenzenfest, welches alljährlich gefeiert wird. Wenn man es weiß, fällt auf, wie sehr Steißlingen noch vom Weinbau geprägt ist. Da gibt es Straßennamen wie "Zum Rebberg". Es wurden aber auch in den ehemaligen Rebbergen Obstbäume gepflanzt. So spielt die Natur für Steißlingen zweifellos eine große Rolle. Altbürgermeister Artur Ostermaier wird auch als Imker gezeigt. Es gibt zudem Informationen über die Aktivitäten des Bibers im Umland.

Kiesabbau begünstigte Industrieansiedlungen

Bei einem Film über Steißlingen darf natürlich das Thema Kiesabbau nicht fehlen. Er veränderte nicht nur die Landschaft rund um den Ort. Er hatte auch de ersten größeren Industrieansiedlungen zur Folge. Und damit begannen sich weitere Unternehmen anzusiedeln, und die Gewerbesteuereinnahmen stiegen, sodass Steißlingen heute erheblichen finanziellen Spielraum hat. So konnte beispielsweise die zukunftsorientierte Gemeinschaftsschule wachsen. Zum Dorfleben gehören auch die drei Blaulichtorganisationen und ein reges Vereinsleben sowie der Steißlinger See als Freizeitrevier